Osteoporose-Diagnose? Krafttraining machen!

Hüft-Patienten bekommen in der Regel vor der OP eine Osteoporose-Untersuchung. Denn damit die TEP festsitzt, sollte der Knochen stabil und gesund sein. Somit wog ich mich jahrelang in Sicherheit. Schließlich kam 2011 bei einer Osteoporose-Untersuchung heraus, dass meine Hüftgelenke marode sind, der Rest aber, vor allem auch die Wirbelsäule, tiptop. Nach meinen beiden OP`s gab es noch einige Kontroll-Untersuchungen, die mir ein stabiles Knochengerüst bescheinigten – und damit geriet das in Vergessenheit. Leichtsinnig, denn eine Knochendichte-Messung sollte jeder Orthopäde empfehlen. Viele Knochenbrüche – Handgelenke, Becken, Wirbel – wären so leicht zu vermeiden!

Trügerische Sicherheit

Bei Frauen nach der Menopause sinkt ja bekanntlich der Östrogen-Spiegel und parallel dazu steigt das Osteoporose-Risiko. Um dem entgegenzuwirken, habe ich jahrelang bioidentische Hormone genommen in Form von Gynokadin Gel gegen den Östrogen-Mangel und Progesteron-Kapseln. Ich wog mich damit in trügerischer Sicherheit.

Leider ereilte mich im März 2022 die Diagnose Brustkrebs mit einem Hormonrezeptor-positiv-Tumor in der linken Brust. Sofort musste ich alle Hormone absetzen – mit der unangenehmen Folge wiederkehrender Hitzewallungen. Aber die weitaus größere Folge war meine Brust-OP im April 2022. Inzwischen trage ich also nicht nur zwei Hüft-TEP`s aus Titan, sondern auch ein Brust-Silikon-Implantat.

Wiederum wog ich mich in Sicherheit. War ja alles operiert. Ich verweigerte also sämtliche Nachbehandlungen, nahm keine Hormonhemmer und unterzog mich keiner Bestrahlung oder Chemotherapie. Alle drei Monate, also sehr engmaschig, war ich aber brav zum Ultraschall bei meiner Gynäkologin.

Leider hatte ich nur zweieinhalb Jahre Ruhe. Im September 2024 stellte meine Gynäkologin befallene Lymphknoten in meiner linken Achselhöhle (neben dem Implantat) fest. Also wieder OP im Oktober 2024. Danach stimmte ich 25 Bestrahlungen zu sowie der Einnahme von Aromatase-Hemmern (Anti-Hormon-Therapie) und einer Immuntherapie mittels Tabletten (seit Anfang 2025). Die sind tatsächlich erst seit Ende November 2024 offiziell zugelassen – und ich vertrage sie bislang prima ohne jegliche Nebenwirkungen.

Osteoporose-Stufe rot!

Doch zum dritten Mal „leider“: Nun bekam ich zusätzlich die niederschmetternde Diagnose der fortgeschrittenen Osteoporose. Stufe rot also anstatt der Vorstufe Osteopenie. Und das, obwohl meine Calcium- und Vitamin D-Werte sehr gut sind. Was also tun? Krafttraining! Ab ins ungeliebte Fitness-Studio.

Ich bin von Natur aus sehr diszipliniert und habe mich der Notwendigkeit gebeugt. In den ersten beiden Monaten war ich in unserer Zweitheimat, den mittelitalienischen Marken, in einem Studio – und habe das Training eher gehasst. Zwar gab es hinterher sogar noch die Möglichkeit, in einem 25 Meter-Becken zu schwimmen. Aber auch das fand ich todlangweilig. Die Leute im Studio fand ich furchtbar, die Musik, den Krach der Gewichte, die gestemmt bzw. fallengelassen werden etc.

Glücklicherweise bekam ich von einem Bekannten, der auch im Münchner Osten wohnt, den Tipp, mir das „Vitness“-Studio in Feldkirchen anzuschauen, weil dort ein Zirkel mit E-Gym-Geräten angeboten wird, die anders seien als „normale“ Geräte. Meine Neugier war geweckt. Ich erwischte mit Domi sogar einen Trainer, der leidenschaftlich gern Golf spielt! Das war schon die halbe Miete. Dann testete er an einem speziellen Messgerät meine Beweglichkeit und was war das Ergebnis? Mein Bio-Alter ist 60 statt der amtlichen 67 Jahre!

E-Gym-Training ist spielerisch-kurzweilig

Was verbirgt sich hinter E-Gym? Es ist ein Konzept, das meinem spielerischen Zugang zum Sport sehr entgegen kommt und mir auch aufgrund der zeitlichen Kürze und Bequemlichkeit sehr gefällt. Meine Daten sind in einem Armband gespeichert, so dass ich nicht immer alle Gewichte und Winkel neu einstellen muss. Vor mir ist ein Bildschirm mit einer Kurve, in der sich in einer Minute gelbe Punkte bewegen, die ich beim Training treffen soll. Ähnlich wie beim Pacman-Videospiel der Anfang 80er Jahre, falls das noch jemand kennt. Dieser Gaming-Faktor motiviert mein Hirn und zwingt mich zum gleichmäßigen Rhythmus. Wie schön, wenn hinterher auf dem Bildschirm die 100-prozentige Trefferquote erscheint plus die Kilo-Anzahl, die ich gerade bewegt habe.

Es sind insgesamt sieben Geräte in einem Zirkel, die ich nach 10 Minuten Aufwärm-Radeln auf dem Ergometer insgesamt zwei Mal in 14 Minuten absolviere (mit jeweils einer Minute programmierter Pause zwischen den Geräten). Alle Muskelgruppen werden angesprochen – Arme, Beine, Schultern, Rücken, Rotation. Nach 40 Minuten bin ich durch. Inklusive Hin- und Rückfahrt brauche ich also eine Stunde dafür. Wunderbar!

Regelmäßig wird der Erfolg kontrolliert, die Geräte werden neu eingestellt, je nach Fortschritt. Mein Mann ist schon beunruhigt, ob mein biologisches Alter bald unter 60 sinkt!

Schnellkraft-Übungen fördern das Knochenwachstum

Ein zusätzlicher guter Tipp kam von Trainerin Tanja im Vitness-Partnerstudio in Poing bei München: Gegen Osteoporose hilft vor allem auch Schnellkraft-Training. Der Grund: Der schnelle Reiz überträgt sich rascher auf den Knochen und regt ihn zum Wachstum an. Mein Programm wurde also neu eingestellt, so dass zwischendurch auch immer wieder Schnellkraft-Übungen eingebaut werden.

Ich bin gespannt, wie sich das auf meinen Golfschwung auswirkt! Bei meinen jüngsten Runden habe ich schon gefühlt mehr Länge und Konstanz gehabt. Hier kam ein wichtiger Tipp von Pro und Physiotherapeut Florian Elender in meinem Golfclub München Eichenried: Das Gehirn muss erst richtig verschalten, d. h. man sollte sich immer wieder sagen, dass man ja schließlich Krafttraining macht und ganz selbstverständlich über den vermaledeiten Graben an Loch 6 kommt. Das Mentale ist also auch hier nicht zu unterschätzen.

Also, in diesem Sinne kann ich nur dringend empfehlen: Vereinbaren Sie ein Probetraining in einem Fitness-Studio in Ihrer Nähe und suchen Sie sich einen Trainer/eine Trainerin, der/die sich wirklich kümmert. Man braucht immer wieder Kontrolle, um nicht schlampig zu werden. Machen Sie auch weiterhin Yoga, Pilates und/oder Gymnastik. Das ist wichtig für die Dehnung und Beweglichkeit. Aber für die Sturzprävention ist Krafttraining wirklich unerlässlich. Nur stabile und trainierte Muskeln halten unsere Tep`s. Und die sollen ja schließlich noch lange halten!

Infos: https://de.egym.com/de-de.

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About heidirauch

Diplom-Journalistin, Kultur PR-Frau (Golfclub München Eichenried), Buchautorin (Mut zur neuen Hüfte, Mut zum neuen Knie, Oliven - Eine Liebeserklärung an den Süden), Teilzeit-Olivenbäuerin mit Oliven-Import aus den Marken (www.kora-italien.com), Belleggia-Golfschuh-Vertriebsfrau für Deutschland
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