Ab ins Grüne – und 80 ist das neue 60!

„Wald, Wiesen, Wohlbefinden“ titel die Süddeutsche Zeitung vom 14. Juni 2019 auf ihrer Wissensseite. Hintergrund ist eine groß angelegte britische Studie, in der herausgefunden wurde, dass zwei Stunden pro Woche im Grünen die Seele stärken! Dabei ist der eigene Garten ausdrücklich ausgenommen. Denn es geht natürlich auch um Bewegung – im Wald, Park oder ähnlichen Landschaften.

Bergblumenwiese am Golfplatz Berchtesgaden

Bergblumenwiese am Golfplatz Berchtesgaden

„Ähnliche Landschaften“ sind für mich Golfplätze. Ja, denn entgegen landläufiger Meinung sind das über 60 Prozent natürlich belassener Flächen (rechts und links von gemähten Fairways und Grüns), wahre Refugien für seltene Fauna und Flora. Wenn ich für 9 Löcher zwei Stunden über den Platz gegangen bin, fühle ich mich erholt und glücklich. Meine Blicke konnten über sattes Grün schweifen und über blühende Blumenwiesen neben den Spielbahnen. Ich habe Fasane, Blesshühner, Enten und Vögel gesehen, Insekten summen gehört und Frösche quaken.

Ein Refugium für Bienen sind die Wiesen des Golfclubs München Eichenried.

Ein Refugium für Bienen sind die Wiesen des Golfclubs München Eichenried.

In meinem Golfclub München Eichenried, in dem ich seit 1988 Mitglied bin, ist unser Geschäftsführer Wolfgang Michel ein erklärter Naturfreund und Naturschützer. Das eigens entwickelte Bienen-Logo „Wir fördern Artenvielfalt“ setzt er ein, wo es geht, um uns alle zu sensibilisieren. Am Empfang im Clubhaus werden Samen-Säckchen zur Aussaat verkauft, von der Allianz ist eine Streuobstwiese angelegt worden – und unser Vize-Headgreenkeeper Willi ist Hobby-Imker mit 100 Bienenvölkern auf unserem Platz! Der Eichenrieder Honig ist exzellent und sooo gesund.

Hüft-OPs Ü 80 werden immer häufiger

Spätestens drei Monate nach einer Hüft-OP kann man übrigens problemlos wieder Golf spielen. Erst gestern sprach mich ein über 80-jähriges Clubmitglied mit neuer Hüfte darauf an, wie er sich wieder auf seinen Sport freut. Apropos Alter: Das Klientel der Chirurgen wird immer älter. Anlass für diese Meldung war ein  Chirurgenkongress im Frühjahr in München. Inzwischen ist rund jeder 10. Empfänger eines neuen Hüftgelenks 85 oder älter! PD Dr. Andreas Strauß von der Orthopädie und Unfallchirurgie am Uniklinikum Bonn sagte dazu in einem Symposium über Alterschirurgie, das den Zusatztitel trug „80 ist das neue 60“: „Endoprothesen machen auch in diesem Alter oft noch Sinn. Bei einer sorgfältig selektierten Klientel sind ähnliche funktionelle Ergebnisse zu erreichen wie bei Jüngeren.“

Bewegung unter Bäumen: Golfspielen trainiert die verschiedensten Muskeln.

Bewegung unter Bäumen: Golfspielen trainiert die verschiedensten Muskeln.

Allerdings steigt mit dem Alter auch die mögliche Komplikationsrate. Um dem entgegenzuwirken, gibt es inzwischen das sogenannte Patient Blood Management (PBM).  Ziel von PBM ist es, die Patienten optimal auf die OP vorzubereiten und Blutverluste während des Krankenhausaufenthalts zu minimieren. Dazu wird im Vorfeld des Eingriffs der Hämoglobinwert ermittelt. Beträgt er unter 12 mg/dl und ist die Ursache z. B. ein Eisenmangel, wird dieser vor der OP ausgeglichen.

Außerdem wird eine „Prähabilitation“ empfohlen. Dieses Konzept stellte Prof. Dr. Stefan Breitenstein vor, Chefarzt der Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie am Kantonsspital Winterthur. Es handelt sich dabei um eine Art Reha, die aber vor dem Eingriff stattfindet. Das Ziel ist es, durch ein mehrwöchiges Training vor der OP die kardiovaskulären, muskulären und respiratorischen Voraussetzungen bei den Patienten zu verbessern – und damit die postoperative Komplikationsrate zu senken und für eine bessere und schnellere funktionelle Erholung danach zu sorgen.

Stärkt die Seele: Klatschmohnwiese

Stärkt Augen und Seele: Klatschmohnwiese

Für das präoperative Training empfiehlt Dr. Breitenstein eine leichte tägliche Anstrengung von ca. 30 Minuten oder 3 x 10 Minuten. Zeil sind 150 Minuten pro Woche, also rund 2,5 Stunden – s. oben. Dabei sollten die trainierten Muskelgruppen täglich wechseln, um eine adäquate Erholung zu gewährleisten. Auch Bewegungsziele wie 10.000 Schritte täglich seien hilfreich. Also: ab ins Grüne – ob auf dem Golfplatz, im Wald oder über die Wiesen!

Über heidirauch

Diplom-Journalistin, Kultur PR-Frau (Schloss Amerang, Golfclub München Eichenried), Buchautorin (Mut zur neuen Hüfte, Mut zum neuen Knie, Oliven - Eine Liebeserklärung an den Süden), Teilzeit-Olivenbäuerin mit Oliven-Import aus den Marken (www.oliopiceno.de), Belleggia-Golfschuh-Vertriebsfrau für Deutschland
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