Mehr Online-Training oder generell mehr Sport in schwierigen Zeiten?

Draußen sieht man gefühlt viel mehr Walker, Jogger und Radfahrer als vor der Pandemie. Klar, schließlich ist Sport an frischer Luft einer der „triftigen Gründe“, um das Haus zu verlassen. Wir Hüft-TEP-Träger wissen spätestens seit unseren Reha-Aufenthalten, wie wichtig Bewegung und damit Muskelaktivierung für die Stabilität unserer Ersatzteile ist.

Dafür müssen wir das geschützte Heim aber gar nicht verlassen. Wir können selbstständig Morgengymnastik machen oder die verschiedenen Online-Trainingsangebote nutzen. Viele wie ich entdecken z. B. Yoga oder golfspezifisches Athletik-Training, das von unserer sportlichen Proette Kathi für jedes Alter angeboten wird. Alles bequem zu Hause auf der Matte mit dem Bildschirm vor der Nase. Zoom oder andere Meeting-Plattformen machen zudem den so fehlenden sozialen Kontakt mit anderen, zumindest kurz vor und nach dem Training, möglich.

Mehr Online-Training oder generell mehr Sport in schwierigen Zeiten?

Gerade für Kinder und Jugendliche ist das sehr wichtig. Das haben die Trainer des Golfclubs München Eichenried früh erkannt und bieten sämtlichen Jugend-Mannschaftsmitgliedern die verschiedensten „Challenges“, z. B. sportliche Wetten gegen die Coaches, und wöchentliche Aufgaben wie sechs Kilometer ohne Pause laufen oder im Ausfallschritt fünf Minuten lang quer durch die Wohnung gehen. Dazu tägliche Übungen wie Wandsitz, Unterarmstütz (Plank), Liegestütz, Beckenlift (Glute Bridge), Seitstütz oder Kniebeugen.

Vereinssportler allerdings sind sonst offensichtlich die sportlichen Verlierer in diesen Zeiten.  Das zumindest geht aus einer aktuellen Studie der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning bei München hervor. Sie treiben mittlerweile weitaus weniger Sport als zuvor. Menschen, die ihren Sport jedoch selbstorganisiert und individuell betreiben, also beispielsweise allein joggen gehen, Radfahren oder Workouts absolvieren, machen während der Lockdown-Phasen wesentlich mehr Sport als früher.

Individualsportler nutzen digitale Möglichkeiten mehr

Für die Studie haben Studienleiterin Prof. Katharina Schöttl und ihr Team insgesamt 2.027 Sportlerinnen und Sportler aller Altersklassen und Sportarten befragt. Es zeigte sich dabei auch: Individualsportler sind eher bereit, digitale Möglichkeiten zur Trainingsunterstützung zu nutzen, also etwa Lauf-Apps oder Fitnessuhren. Mitglieder von Fitnessstudios, die es ohnehin gewohnt sind, allein zu trainieren, greifen verstärkt auf das Angebot von Online-Kursen zurück.

Das liegt an der Sportmotivation: „Bei den Vereinssportlern stellen Motive wie soziale, gesellige Integration, aber auch die Wettkämpfe, die dominierenden Gründe dar, warum Sport getrieben wird“, sagt Studienleiterin Prof. Schöttl. „Bei Sportlern, die ihren Sport seit jeher selbstorganisiert betreiben, stehen eher Motive wie gesundheitliche Aspekte oder ganz persönliche Ziele wie Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion im Vordergrund.“ Ja, da finden wir TEPler uns doch wieder.

Tatsächlich hätten selbstorganisierte Sportler ihre durch verschiedene Lockdown-Maßnahmen hinzugewonnene Zeit genutzt, um das Training zu erhöhen. Diese Gruppe sei insgesamt auch offener für das zunehmende digitale Sportangebot. Hinzu kämen noch die vielen entfallenen Alternativen der Freizeitgestaltung, keine Urlaubsreisen oder zum Teil keine Arbeitswege mehr durch Homeoffice.

Klar, auch uns TEPlern fehlt vielleicht die Motivation durch eine Lauf- oder Gymnastikgruppe. Aber nutzen wir die Zeit, um nicht nur vor dem Laptop zu sitzen, sondern vor dem Bildschirm Sport zu treiben! Die Trainer schalten ja in der Regel die Mikros der Teilnehmer aus, so dass man das allgemeine Stöhnen nicht hört. Und wenn man die Kamera deaktiviert, sieht einen auch keiner….

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About heidirauch

Diplom-Journalistin, Kultur PR-Frau (Golfclub München Eichenried), Buchautorin (Mut zur neuen Hüfte, Mut zum neuen Knie, Oliven - Eine Liebeserklärung an den Süden), Teilzeit-Olivenbäuerin mit Oliven-Import aus den Marken (www.kora-italien.com), Belleggia-Golfschuh-Vertriebsfrau für Deutschland
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2 Responses to Mehr Online-Training oder generell mehr Sport in schwierigen Zeiten?

  1. Avatar von Alex Alex sagt:

    Oh das Thema TEP ja oder nein beschäftigt mich die Jahre auch sehr. Ich bin mit 48 und vor 9 Jahren überraschend diagnostizierter schwerer beidseitiger Hüftdysplasie auch massiv aus dem Leben gerissen worden und seit 3 Jahren Kandidat für schon mal eine neue Hüfte und auf der anderen Seite auch schon Grad 3 mit beginnenden Bewegungseinsschränkungen. Ich weiss gar nicht mehr wie ew ohne Schmerzen und Schmerzmittel ist. Erstmal hiess es novh zu jung, dann gab es null Information über die OP-Methode und das Leben mit Hüft-TEP. Nur „machen sie einen OP-Termin“. Der letzte Orthopäde war nun ganz easy: OP nach AMIS, kaum Einschränkungen nach OP, ich bräuchte auch keine Hilfsmittel und wäre sicherlich schnell wieder fit. Nun lass ich mich doch im Januar operieren. Wann Hüfte 2 dran kommt wird man sehen. Lange wird es nicht dauern. Ein Leben ohne solche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen wäre toll. Und ich hatte bis vor 2 Monaten noch einen Golden Retriever mit selbst Hüfte und Rücken. Sonst hätte ich das wohm auch nicht stemmen können. Ich hatte so gerne wieder einen Golden Retriever und wieder auf ausgedehnte Spaziergänge gehen. Ich tu mich schwer mit dem „die neue Hüfte trotzdem schonen sollen“ wegen Anrieb und meines jungen Alters. Was würde ich dafür geben wieder so wie vor der Diagnose und den massiven Einschränkungen leben zu können. Besonders zaghaft war ich nie. LG!

    • Avatar von heidirauch heidirauch sagt:

      Liebe Frau Bach,
      ich wünsche Ihnen für Ihre OP im Januar alles Gute! Neue Lebensqualität wartet auf Sie! In unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!!“ können Sie ja ausführliche Berichte von Betroffenen nachlesen, die sich freuen, mit der Hüft-TEP wieder fit und aktiv sein zu können. Die neue Hüfte müssen sie nach der Anfangszeit auch nicht übermäßig schonen. Spaziergänge mit dem Hund verursachen ja keine Stoßbewegungen im Gelenk wie etwa Basketball oder Fußball.
      Mit herzlichen Neujahrsgrüßen von Heidi Rauch

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