Osteoporose-Prävention: Bewegtes Sitzen und Essen à la Sternekoch und Hüft-TEP-Träger Holger Stromberg

„Ich habe die Knochen einer 85-Jährigen“, berichtet mir eine Freundin voller Schrecken. Sie ist über 20 Jahre jünger und hat gerade eine Knochendichte-Messung vornehmen lassen. Osteoporose, dieser gerade bei schlanken, zierlichen Frauen nach den Wechseljahren gefürchtete Abbau der Knochenmasse, bedroht uns als Menschen mit künstlichen Gelenken ganz besonders. Für uns ist es extrem wichtig, dass die Hüft- oder Knie-TEP fest sitzt. Sturzprävention ist ein Ziel aller Bewegung, die gerade für uns „TEPler“ extrem wichtig ist.

Frauen sind besonders betroffen – aber nicht nur

Meine Freundin hat keine TEP, aber sie hatte Brustkrebs und darf deshalb keine Hormone nehmen. Normalerweise schützt uns Frauen nämlich das Östrogen vor dem Knochenabbau. Frauen, die wie ich auch nach den Wechseljahren Hormone nehmen, sind da besser geschützt. Klar, auch hier gibt es das Risiko von Nebenwirkungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Brustkrebs. Es ist wie immer im Leben eine Risikoabwägung. Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten, dass ich mich nach einer ausführlichen Analyse im Hormonzentrum München und einer regelmäßigen Beratung mit meiner Frauenärztin bestens eingestellt fühle: Morgens Gynokadin-Gel mit dem körpereigenen Östrogen, abends eine Progesteron-Kapsel (Gelbkörperhormon).

Das inzwischen allseits bekannte Robert-Koch-Institut hat untersucht, dass drei Prozent aller Männer und 13 Prozent aller Frauen zwischen 60 und 69 Jahren Osteoporose haben. Und das sind nur die Zahlen der erkannten Fälle. Das Tückische daran ist, dass die Diagnose häufig erst nach einem Knochenbruch gestellt wird. Ich habe Freundinnen um die 70, die Handgelenks-, Becken- und Wirbelsäulen-Brüche hatten und sich jahrelang mit den Folgen rumschlagen mussten. Noch schlimmer für uns TEPler ist der Oberschenkelhalsbruch. Sechs bis sieben von 1000 Menschen über 65 brechen sich diesen Hüftknochen. Wer je erlebt hat, wie lange der Heilungsprozess bei älteren Menschen dauert, der kann sich vorstellen, was das für TEP-Träger bedeutet. Also lieber Früherkennung und gegensteuern. Wie kann das gelingen?

Gerade kürzlich bekam ich eine Einladung zu einem Osteoporose Online-Kongress mit dem schönen Titel „Stabil im Leben – Hals- und Beinbruch war gestern“. 30 Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Mediziner, Gesundheitsberater und Wissenschaftler kamen zu Wort. Ihr Fazit ist ein schöner Satz von Sebastian Kneipp: „Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel“!

Heidi Rauch und Michael Konitzer bei der Olivenernte im Oktober 2021 für unser OLIO KORA

Tatsächlich können wir selbst viel tun. Erstens:

Bewegung! Das predigen mein lieber Buch-Mitautor Peter Herrchen und ich ja schon gebetsmühlenartig in unseren Büchern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ sowie Peter in der geschlossenen TEPFIT-Facebook-Gruppe. Das heißt zum Einen tatsächlich Sport, zum anderen aber auch „bewegtes Sitzen“. Während ich diesen Blog-Beitrag schreibe, sitze ich auf meinem Mishu-Stuhl in unserem Haus in den mittelitalienischen Marken. Danke an Erfinderin Gabriele Wander, die mir auch die Einladung zu diesem Online-Kongress geschickt hat. Zu Hause in München sitze ich auf einem Bioswing-Bürostuhl. Das Prinzip ist stets gleich: die Sitzfläche ist „lebendig“, sie unterstützt dreidimensionale Bewegungen, die vor allem die Wirbelsäule bis zum Genick dazu animieren, nicht zu versteifen. Und wir sitzen ja schließlich oft stundenlang vor dem Computer oder am (Schreib-)Tisch.

Der aus beweglichen Holzelementen bestehende Mishu-Stuhl ermöglicht „lebendiges Sitzen“.

Zweitens:

Ernährung! Kalziumreiche und basische Ernährung ist wichtig. Es hat sich gezeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel viel weniger helfen als die natürliche Ernährung. „Power statt sauer“ lautet die Devise. Dazu passt, dass ich gerade in der Süddeutschen Zeitung vom 8. Oktober gelesen habe, dass Sternekoch Holger Stromberg, der 2014 auch die erfolgreiche Fußball-Nationalmannschaft bekocht hat, schon mit Ende 30 ein künstliches Hüftgelenk wegen fortgeschrittener Arthrose bekommen hat. Heute ist er 49 Jahre alt und ein großer Verfechter pflanzlicher Kost – um Arthrose vorzubeugen, unser Immunsystem zu stärken, der Umwelt etwas Gutes zu tun und uns selbst. Im Verhältnis 85 zu 15 Prozent pflanzlicher zu tierischer Kost sollte man seinen Kühlschrank befüllen, rät er. Er ist auch ein großer Verfechter von Olivenöl, was ich als Teilzeit-Olivenbäuerin nur unterstützen kann!

Apropos Olivenöl: Wir haben im Oktober unsere Olivenernte erfolgreich absolviert. Im steilen Gelände auf rutschigen Netzen zu stehen, ist eine Herausforderung für die Beinmuskulatur; das ständige Bücken und wieder nach oben Schauen trainiert die Rückenmuskulatur. Meine Faszien mussten zeigen, was sie durch tägliche Morgengymnastik (Kräftigung), Yoga (Dehnung) und Golf (Elastizität) gelernt haben, nämlich für Stabilität meines Körpers zu sorgen.

Einbeinstand ist beim Yoga eine beliebte Übung, die sämtliche Faszien in den Beinen trainiert.

Zu Hause im herbstlich kühlen München wird das Bellicon-Trampolin wieder mein Lieblingsbegleiter werden: Das Schwingen macht Spaß, bringt den Kreislauf, den Stoffwechsel und sämtliche, auch tieferliegende kleine Muskeln in Schwung. Da wir kürzlich von einer DHH in eine kleinere Wohnung in einem ökologischen Mehrgenerationshaus umgezogen sind, werde ich mir jetzt ein Platz sparendes mit einklappbaren Füßen kaufen.

Zum Schluss ein Veranstaltungstipp in eigener Sache: Wer mich kennenlernen will und was ich sonst zusammen mit meinem Mann noch so tue, der kann – sofern er in der Münchner Umgebung wohnt – gern zu unserem 9. Olivenöl-Erntedankfest am 20./21. November in Alt-Riem kommen. Der S-Bahnhof Riem ist nur fünf Gehminuten entfernt. Infos: www.kora-italien.com.

Über heidirauch

Diplom-Journalistin, Kultur PR-Frau (Schloss Amerang, Golfclub München Eichenried), Buchautorin (Mut zur neuen Hüfte, Mut zum neuen Knie, Oliven - Eine Liebeserklärung an den Süden), Teilzeit-Olivenbäuerin mit Oliven-Import aus den Marken (www.oliopiceno.de), Belleggia-Golfschuh-Vertriebsfrau für Deutschland
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