Z wie Zweitmeinung und Zuversicht

Wir leben im Zeitalter des mündigen Patienten. Das heißt: Wir sind dank Internet viel besser informiert als unsere Großmutter-Großvater-Generation, wir tauschen uns in sozialen Netzwerken aus – in puncto Hüfte u. a. in der geschlossenen Facebook-Gruppe meines Mitautors Peter Herrchen – und wir lesen Bücher zum Thema, so etwa unsere Bücher „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“. Darin plädieren wir wie selbstverständlich für das Einholen einer Zweitmeinung.

Diese hat den Sinn, eine Diagnose des ersten Arztes entweder zu bestätigen, sie zu ergänzen oder dieser gar zu widersprechen. Klingt in der Theorie alles gut und schön, führt aber in der Praxis oft auch zu großer Verunsicherung. Kürzlich traf ich einen Mann mit heftigen Kniebeschwerden, der mir auffiel, weil er in geselliger Runde dauernd aufstand – ohne zum Rauchen oder auf die Toilette zu gehen. Er vertrat sich einfach die Beine, wie man so schön sagt. Ich sprach ihn an und er erzählte mir, dass er eigentlich wegen seiner permanenten Knieschmerzen zu einer Knie-TEP tendiert, aber kürzlich bei drei (!) verschiedenen Ärzten war, die alle komplett unterschiedliche Meinungen zu seinem Krankheitsbild vertraten: Der eine riet zur Total-Endoprothese, der andere zur konservativen Behandlung, die ich immer die „Abwarten und Hinauszögern-Therapie“ nenne, der dritte zu einer Teilschlitten-Prothese. Was also tat der arme Patient: gar nichts!

Anderer Fall: Mein lieber Mann muss sich am Fuß den Hallux Valgus operieren lassen. Etwas komplizierterer Fall, weil er unter Gicht und Polyneuropathie leidet. Krankheitsbilder, mit denen wenige Ärzte – leider, leider, muss man sagen – etwas anfangen können. Ganz zu schweigen von Köchen, die immer wieder überfordert sind, wenn wir in Restaurants kundtun, was er gar nicht essen darf. Aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall ging mein lieber Mann natürlich zwei Meinungen einholen. Er machte also Termine in zwei Kliniken in München, die ihm beide von seinem nicht-operierenden Orthopäden und anderen Betroffenen empfohlen worden sind (Schön-Klinik Harlaching und OCM). Danach hatte er die Qual der Wahl, denn beide Operateure waren kompetent und hatten sein Vertrauen gewonnen. Er schlief die berühmte Nacht über dieser Entscheidung und entschied sich dann: für die Frau! Nein, nicht, weil sie ihm sympathischer war (das vielleicht auch ein klein wenig), sondern weil sie deutlich mehr Ahnung zum Thema Gicht hatte. Ein Pluspunkt, der den Ausschlag gab.

Und wie habe ich es damals, 2011 gemacht? Ich gestehe es: Ich habe keine Zweitmeinung eingeholt. Ich habe die komplette Recherche meiner lieben Freundin Susanne überlassen, die eine sehr komplizierte Hüftvorgeschichte hat und mir glaubhaft versicherte, dass nur Dr. Jürgen Radke die Erfahrung und Kompetenz habe, ihre komplizierte Trochanter-Umstellung vorzunehmen. Damit war für mich klar: Zu diesem Spezialisten gehe ich auch. Ein kurzer Termin – und die Hüft-OP war besiegelt. Die zweite folgte dann ja auch in Bälde. Leider operiert diese Koryphäe nicht mehr, wohl aber sein Sohn Dr. Stefan Radke. Und dass sich sein Vater bei seiner eigenen Hüft-OP in die operierenden Hände des Sohnes begeben hat, spricht ja auch für ihn.

Was also kann ich zum Thema raten? Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Gehen Sie mit Zuversicht an Ihre OP und an die Entscheidung für den Operateur heran – mit der festen Überzeugung, dass es danach nur besser werden kann! Im Falle der Hüft-TEP kann ich im Jahr 5 nach meinen beiden OPs nur bestätigen: Bewegung macht soooo viel Freude, und ein künstliches Hüftgelenk schenkt einem diese Bewegungsfreude zurück.

Die Welt und das Meer umarmen im Jahr 5 nach meinen Hüft-TEP OPs.

Die Welt und das Meer umarmen im Jahr 5 nach meinen Hüft-TEP OPs.

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Ein gesundes und bewegungsfreudiges Jahr 2016 – ohne Schmerzen!

Zum Jahreswechsel hier ein paar Lesefrüchte aus Magazinen & Co., die für Hüft- und Knie-TEP-Träger gleichermaßen interessant sein dürften.

Schmerzmittel hat das Öko-Test-Magazin in der letzten Ausgabe des gerade abgelaufenen Jahres 2015 getestet. Und was steht da im ersten Absatz auf S. 60 unter „Kompakt“ zum weit verbreiteten Schmerzmittel Paracetamol: „In der Behandlung von Rückenschmerzen wirkt Paracetamol nicht besser als ein Scheinmedikament, bei Patienten mit Schmerzen aufgrund verschlissener Knie- und Hüftgelenke zeigt es nur einen geringen, klinisch kaum bedeutsamen Effekt. Daher sind – nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt – andere Wirkstoffe wie Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen vorzuziehen.“

Auch ich habe in meiner akuten Vor-OP-Phase hin und wieder Ibuprofen eingeworfen – vor allem vor geplanten Belastungen wie längeren Spaziergängen oder in meinem Fall gar einer Golfrunde, die ich aber meist im Haltungsstil einer alten Oma spätestens nach neun Löchern abgebrochen habe. Diese Zeit liegt nun glücklicherweise schon vier Jahre hinter mir. Die postoperativen Jahre 2012, 2013, 2014 und 2015 waren: schmerzfrei, voller Bewegungs- und Lebensfreude – und großer Dankbarkeit für den Fortschritt der Medizintechnik.

Möge die TEP lange halten!

Aus dem Dezember-Heft der „Arthrose-Info“, dem Offiziellen Organ der Deutschen Arthrose-Hilfe e. V. (Nr. 108), gebe ich hier 10 Tipps bzw. Erkenntnisse zur langen Haltbarkeit der künstlichen Hüfte weiter – versehen mit einigen persönlichen Kommentaren.

1. Je jünger – desto höher das Lockerungs-Risiko

Leider lockern sich wohl die neuen Gelenke bei jüngeren Patienten häufig früher als bei älteren. „Ob dies an einer erhöhten Aktivität der jungen Menschen oder am Knochenstoffwechsel liegt, ist bisher noch nicht sicher bekannt.“ Leider schreibt hier auch niemand, was unter „jung“ zu verstehen ist. Das ist ja bekanntlich alles relativ…

2. Vorsicht, wenn das „neueste Modell“ angeboten wird

„Neu“ sei in diesem Fall eher ein Risiko, weil noch nicht über die Jahre getestet werden konnte, ob diese neuen Modelle tatsächlich besser sind. „Sicherer ist es, wenn man auf bewährte Modelle setzt, zu denen die Klinik zuverlässige Angaben zur Haltbarkeit machen kann.“

3. Vorsicht Tierbiss

Am künstlichen Gelenk können sich bekanntlich Bakterien ansammeln. „Österreichische Ärzte haben nun von einem Fall berichtet, bei dem es drei Monate (!) nach einem Katzenbiss zu einer schweren Infektion am künstlichen Gelenk gekommen ist. Das Gelenk musste ausgetauscht werden.“ Nach jeder Bissverletzung deshalb rasch den behandelnden Arzt aufsuchen!

4. Richtiges Verhalten in der Frühphase

Die Frühphase nach der OP ist die wichtige Einheilungsphase, die wesentlich zur langen Haltbarkeit des neuen Gelenks beiträgt. „Von einigen Experten wird empfohlen, beide Unterarmstützen am besten während der ersten vier bis sechs Wochen zu benutzen, bis alles im Inneren gefestigt und die inneren Wunden verheilt sind.“ Auch ich hatte so einen vorsichtigen Operateur und habe mich keineswegs von meinen ach so mobilen Mitpatienten anstacheln lassen, doch schon früher ohne Krücken zu gehen. Warum auch? Lieber ein paar Wochen länger vorsichtig und achtsam sein, um noch einige Jahre länger etwas von der TEP zu haben.

5. Muskeln kräftigen

Starke Muskeln führen das Gelenk sicher und schützen es vor Überlastung. Wichtige Übungen zur Kräftigung der Hüftmuskulatur lernt man ja bereits in der Reha – und sollte sie auch zu Hause (mehrmals) täglich durchführen. Dabei geht es zum einen um die volle Streckung und zum anderen um die Stärkung der seitlich ansetzenden Muskulatur.

6. Stürze vermeiden

Um die Prothese herum brechen die Knochen leider leichter. Die Arthrose-Info empfiehlt zur Sturzvermeidung sogar, dass man weder treppauf noch treppab etwas in beiden Händen tragen sollte. Vielmehr sollte man sich am Geländer festhalten. Das halte ich nun gerade angesichts meiner eigenen Stürze (ausgerutscht auf nassem Boden) für übertrieben. Aber natürlich gilt auch hier der alte Spruch: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“

Armbruch mit 92! Meine Tante, Mitte, hat tatsächlich in beiden Händen Einkaufstüten gehabt anstatt sich am Geländer festzuhalten!

Armbruch mit 92! Meine Tante, Mitte, hat tatsächlich in beiden Händen Einkaufstüten gehabt anstatt sich am Geländer festzuhalten!

7. Osteoporose vermeiden

Starke und kräftige Knochen halten das künstliche Gelenk. Knochen-Abbau, also Osteoporose, sollten daher sowohl Frauen als auch Männer vermeiden. Tipp: Jährlich den Vitamin-D-Spiegel im Blut testen lassen. Die Kosten für diesen Test übernehme sogar die Krankenkasse, wenn man ihr zuvor die Begründung mitteilt, weiß die Arthrose-Gesellschaft. Außerdem empfohlen: kalziumreiche Ernährung mit u. a. Milchprodukten.

8. Übergewicht?

Gerade zu Beginn eines neuen Jahres sind die guten Vorsätze ja da. Ganz oben auf der Liste: ein paar Kilo abspecken. Das kann nie schaden, weder vor noch nach der OP, um das neue Gelenk vor zusätzlicher Belastung zu schützen. Allerdings gibt es viele Studien, die keine Korrelation zwischen Übergewicht und schnellerer Abnutzung erkennen können, und auch die interviewten Operateure in unseren Mutmach-Ratgebern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ sind der Meinung: Übergewicht macht dem Gelenk weniger zu schaffen als man als Laie so denken mag.

9. Unterschiede in der Beinlänge

Nach der Hüft-OP sind die Beine manchmal unterschiedlich lang. Das sollte natürlich kein Dauerzustand sein, weil das Hinken zu einer vermehrten Belastung der TEP führt. Hier empfiehlt die Arthrose-Info doch tatsächlich Einlagen oder Schuhsohlenerhöhungen! Ich dagegen empfehle aus eigener Erfahrung: abwarten und Dehnübungen machen! Grund: Die Muskeln, etwa in der Leistengegend, haben sich vor der OP derart verkürzt, dass sie einige Monate brauchen, bis sie sich wieder entkrampfen, entspannen und buchstäblich an den neuen Zustand gewöhnen. Mit Faszien-Training, Rolfing oder Blackroll, sollte man den Prozess unterstützen. Erst wenn, sagen wir nach einem Jahr, immer noch eine Beinlängendifferenz festgestellt wird, sollte man über Hilfsmittel nachdenken.

10. Kein Joggen, kein Rennen, kein Springen

„Alle Höchstbelastung gilt es klug zu vermeiden.“, schreibt die Arthrose-Info und meint damit u. a. auch das Rennen zum Bus. Wie die Übervorsicht beim Treppensteigen halte ich auch dies für überzogen. Richtig ist die Warnung vor sogenannten Kontaktsportarten, die zudem häufige unkontrollierte Sprints, Stop and Go quasi, erfordern, und Stürze mit sich bringen, also Fußball, Basketball, Badminton oder auch Kampfsportarten wie Judo und Karate. Die Warnung vor dem Joggen wird mein täglich joggender Mitautor Peter Herrchen weit von sich weisen und für die richtigen Schuhe und die richtige Technik plädieren.

In unseren Büchern jedenfalls kommen viele sportlich aktive Menschen zu Wort, die glücklich sind, endlich wieder joggen zu können. Für dieses Bewegungsglück nehmen sie ganz bewusst möglicherweise eine verkürzte Haltbarkeitsdauer ihres Gelenks in Kauf. Aber inzwischen gibt es auch längst Studien, die keine Korrelation zwischen Jogging und verkürzter TEP-Lebensdauer sehen. Also gilt auch hier: Tun Sie, was Ihnen Freude macht, ohne es gleich zu übertreiben! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes, gesundes und bewegungsfreudiges Jahr 2016!

Vor Weihnachten war ich am Katschberg zwei Tage zum Skifahren: auf Kunstschnee und absolut leeren, bestens präparierten Pisten - mit viel Grün rundherum!

Vor Weihnachten war ich am Katschberg zwei Tage zum Skifahren: auf Kunstschnee und absolut leeren, bestens präparierten Pisten – mit viel Grün rundherum!

PS: Lese-Tipp ohne TEP: „Drei auf Reisen“ von David Nicholls, dem Autor des auch verfilmten Bestsellers „Zwei an einem Tag“. Ein britisches Ehepaar Anfang 50 begibt sich mit ihrem 17-jährigen Sohn auf die sogenannte „Grand Tour“, eine Europa-Reise zu den wichtigsten Kulturstätten und Museen, etwa in Amsterdam, München, Venedig, Florenz, Barcelona und Madrid. Allerdings hängt über dieser Reise das Damoklesschwert der angekündigten Trennung. SIE nämlich wünscht sich nach dem Auszug des Sohnes ein anderes Leben, während ER sich ein Leben ohne SIE nicht vorstellen kann. Geschildert wird diese Reise aus der ironisch-selbstkritischen Sicht des Mannes, eines trockenen Wissenschaftlers, der immer wieder in die angeblich so glückliche Vergangenheit mit seiner lebenslustigen Frau zurückblendet.  Dass sich in der Retrospektive schon damals die ersten Risse gezeigt haben, merkt nicht nur der Leser. Ein sehr erhellender, durchaus komischer, mitreißend geschriebener Roman, der bis zum Schluss offen lässt, ob die beiden ihren Neuanfang gemeinsam oder doch lieber getrennt voneinander schaffen.

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Blackroll – und andere Weihnachtsgeschenkideen

Seit neuestem bin ich Anhängerin der Blackroll. Kennen Sie dieses Folterinstrument? Fand ich zunächst schrecklich. Aber seit ich es im rechten Knie habe und bei meiner täglichen Morgengymnastik deutlich spüre, wie die Oberschenkelmuskeln ange- und verspannt sind wie zur besten Vor-Hüft-OP-Zeit, bin ich Fan. Feige wie ich bin – wer will schon gern freiwillig Schmerzen aushalten? – habe ich mir zunächst die weichere Version gekauft. Diese Hartschaumvariante kommt im freundlichen Weiß-Grün-Look daher und sieht nicht gar so martialisch aus wie die „echte“ schwarze Rolle.

Die Blackroll-Weichei-Variante auf meiner Gymnastikmatte

Die Blackroll-Weichei-Variante auf meiner Gymnastikmatte

Aber was soll ich sagen: Inzwischen finde ich die fast pipifax! Netterweise steht in der Anleitung, dass man zunächst, um die Muskulatur an den Schmerz zu gewöhnen, nur 5 bis 15 Sekunden üben soll. Üben heißt in diesem Fall, mit dem ganzen Gewicht den seitlichen Oberschenkelmuskelstrang entlang zu rollen. Das erfordert etwas akrobatische Fähigkeiten – gepaart mit lautem Gestöhne. Irgendwann klappt es. Es tut weh, aber – oh Wunder – hinterher fühlt es sich gut an! Und ich bin wirklich nicht masochistisch veranlagt. Aber die Faszien, also die tieferliegenden Muskeln, das Bindegewebe, werden tatsächlich erreicht – und entspannen sich. In meinem Fall entlastet dies das Knie. Man kann diesen Foam Roller, zu deutsch Schaum-Rolle, auch zur Selbstmassage an anderen Stellen einsetzen. Also ein ideales Universalgeschenk zu Weihnachten.

Ein Teil meiner Winter-Bridge-Runde; rechts unsere älteste und beste Mitspielerin Lotte

Ein Teil meiner Winter-Bridge-Runde; rechts unsere älteste und beste Mitspielerin Lotte

Was kann man einem Hüft-Patienten noch schenken? Wie immer zuerst: Aufmerksamkeit, Liebe und Zeit. Danach? Ich plädiere für einen Bridge-Kurs. Ich nutze diesen Blog jetzt schamlos aus, um für mein Lieblings-Kartenspiel zu werben. Es gibt viele Gründe, dieses schwierige und so spannende Spiel zu lernen: Es ist ein ideales Anti-Aging-Training, weil diese Form des Hirnjoggings bis ins hohe Alter fit hält (meine Bridge-Partnerin ist 90 Jahre alt und spielt immer noch Golf & Bridge!), man kann es überall und in jedem Zustand spielen – in unserem Fall auch mit Krücken in der Reha -, man trifft immer nette Leute (zugegeben, manchmal sind auch schwierige Charaktere dabei) und findet auch als Single weltweit (Kreuzfahrten!) Anschluss. Jetzt über den Winter suche man sich einen Bridgelehrer in der Nähe, lasse sich eine Lern-Übungs-CD schenken und übe fleißig, am besten im Kreise Gleichgesinnter. Das ist wie eine neue Sprache lernen: Es macht Spaß und öffnet neue Horizonte!

Meine fröhliche Schneeschuh-Wandergruppe in Waidring (ich Mitte in Braun)

Meine fröhliche Schneeschuh-Wandergruppe in Waidring (ich Mitte in Braun)

Weiterhin empfehle ich „bewegende“ Geschenke. Also zum Beispiel Teleskop-Stöcke für die nächsten Wandertage oder einen Golf-Schnupperkurs bei einem erfahrenen Pro, der auch Rücksicht auf TEP-Träger nimmt, die sich nicht mehr ganz so viel Rotation zutrauen. Oder jetzt im Winter schön: ein Gutschein für eine geführte  Schneeschuhwanderung! Das ist völlig ungefährlich und jeder, egal wie sportlich, beherrscht das sofort. Das Tolle daran ist, dass man in völlig unberührte Schneelandschaften stapfen kann. Und wenn man eine nette Führerin hat, die zwischendurch warmen Tee aus ihrem Rucksack ausschenkt, umso besser!

Last but not least hier ein paar Buchtipps: Naheliegend ist Renate Bergmann „Das bisschen Hüfte, meine Güte„. Aber ehrlich gesagt ist das nur für schnoddrig veranlagte Berliner wirklich witzig. Als Exil-Berlinerin kann ich mir schwerlich vorstellen, dass diese Online-Omi mit ihrem sehr speziellen Sprachwitz außerhalb der Hauptstadt gut ankommt. Zumal ihre Reha-Erfahrungen (sie nimmt dauernd den Rollator!) nicht wirklich erhellend sind. Viel schöner liest sich da schon „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ von Mario Giordano. Zwar ist seine Senioren-Heldin auch gewöhnungsbedürftig (übergewichtig, alkoholabhängig, bayerisch-fluchend und liebessehnsüchtig), aber das ist vom Ansatz her so originell und so witzig geschrieben, dass man auch als Nicht-Krimileserin wie ich Spaß daran hat. Zumal das Ganze ja in Bella Italia, auf Sizilien spielt.

Ich grüße alle meine Leser im Dezember vom Adria-Strand und wünsche einen schönen Jahresausklang!

Ich grüße alle meine Leser im Dezember vom Adria-Strand und wünsche einen schönen Jahresausklang!

Wer ihn noch nicht kennt, dem lege ich jetzt zum Schluss meinen absoluten Lieblingsautor Hanns-Josef Ortheil ans Herz. Dieser begnadete Schreibkünstler zieht mich schon seit Jahren immer wieder in seinen Bann – egal, welchem Thema er sich widmet. In jüngster Zeit arbeitet er seine eigene Kindheit auf – als zunächst stummer Junge, auf Mosel- oder Berlinreise mit seinem Vater -; immer wieder gelingen ihm treffende Zeit-Porträts („Die Agenten“ über die 80er Jahre), magische historische Romane („Faustinas Küsse„) und außergewöhnliche Liebesromane. Mein LieblingsromanDie große Liebe“ aus dem Jahr 2003 spielt just in der Gegend, wo unsere Zweitheimat ist: in den mittelitalienischen Marken bei San Benedetto del Tronto. Da sein Werk weit über 30 Bücher umfasst – inklusive Sachbücher über das Schreiben oder die Musik, seine zweite Leidenschaft – fällt es sicher nicht schwer, für den Ortheil-Anfänger das richtige Buch herauszusuchen. Viel Vergnügen dabei – und frohe Weihnachten!

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Stürze – und wie man sie vermeiden könnte

Ich bin mal wieder gestürzt! Langsam entwickle ich eine Phobie gegen diese Putzmaschinen in Supermärkten. Aufmerksame Leser dieses Blogs kennen sicher meine winterliche Geschichte, als ich frühmorgens in unserem Edeka-Supermarkt auf der Putz-Rutschspur eines solchen Ungetüms ausgerutscht – und rechts auf meine Hüfte gefallen bin. Meine wie bei allen Frauen prallgefüllte Umhängetasche dämpfte diesen Sturz praktischerweise so, dass alles glimpflich ablief (bis auf einen großen blauen Fleck).

Diesmal kam die Putz-Attacke mittags. Wobei ich mich frage, warum um Himmels willen an einem sonnigen Tag, an dem erwiesenermaßen kein dreckiger Matsch oder Schnee an den Sohlen der Einkaufenden klebt, eine Putzmaschine durch die Reihen kriechen muss. Ich ging also mit gut gefülltem Einkaufs-Stoffbeutel (Bio-Milchflasche, Bio-Eier u. a.) nichtsahnend am Milchregal entlang, als ich meinen Namen hörte. Ironischerweise handelt es sich bei der Rufenden um eine meiner Mitpatientinnen aus der 2. Hüft-Reha. Ich drehte mich nach der Stimme um – und schon lag ich auf dem Hosenboden. Ausgerutscht auf dem rechten Fuß, der in flachen (!) Sportschuhen steckte. Sofort kamen die Putzdame als auch meine Reha-Freundin angelaufen und erkundigten sich nach meinem Befinden bzw. die Putzdame schaute erst, ob die Glasflasche und die Eier heil geblieben waren! Ja, die sind noch heil, aber mein rechter Fuß hat sich beim Ausrutschen und offensichtlichen Abfangen des Sturzes unheilvoll verdreht. Der Rest: intakt, wie sich nach kurzer Inspektion meiner Gliedmaßen herausstellte.

So angezogen - siehe flache Schuhe - war ich auch bei meinem Sturz-Einkauf.

So angezogen – siehe flache Schuhe – war ich auch bei meinem Sturz-Einkauf.

Diesmal habe ich den Vorfall der Marktleitung gemeldet, denn wozu gibt es diese schönen Warnschilder „Achtung! Rutschgefahr!“ wie man sie bevorzugt in den USA an jeder Ecke sieht („Caution! Wet floor!“). Klar, in den Staaten drohen auch drastische Schmerzensgelder, wenn so eine Gefahrenstelle nicht richtig abgesichert ist. Sowohl die Putzdame als auch die Vertreterin der Marktleitung gaben sich zerknirscht – und mir Recht. Was aber nutzt mir das, wenn – im schlimmsten Fall – eine meiner Hüft-TEPs angeknackst worden wäre. Denn natürlich ist der erste Gedanke bei stürzenden TEP-Trägern: Hoffentlich ist meinem Titan-Goldstück nichts passiert!

Wie also kann man sich gegen solche Stürze wappnen? Erste Antwort: Gar nicht, weil sie (sic!) überall aus heiterem Himmel passieren können. Wir können ja nicht mit zehn inneren Kameras und einem Anzug à la Michelin-Männchen gepolstert herumwandern, um dann doch beim Schritt aus dem Bett über die eigenen Hausschuhe zu stolpern (ist einer sehr vorsichtigen Bekannten von mir tatsächlich passiert!). Auch mein lieber Hüft-Mit-Buchautor Peter Herrchen hat sich seine Schulter-Verletzung nicht bei seinen (gefährlichen) Mountainbike-Touren zugezogen, sondern (darf ich das eigentlich erzählen?) beim Rückwärtshineinfallenwollen in den heimischen Sessel, wobei der Sessel unerklärlicherweise weiter weg stand als er dachte.

Zweite Antwort: Man kann das Fallen optimieren. Jüngst ist mein lieber Ehemann bei einem morgendlich unausgeschlafenen Tritt ins Leere die steinerne Außentreppe an unserem Haus in Italien heruntergefallen. Dass er sich nicht sämtliche Knochen inklusive Genick gebrochen hat, führt er auf seine einstigen Torwart-Qualitäten (abrollen) zurück! Dazu muss man sagen, dass diese sportliche Aktivität rund 45 Jahre zurückliegt und mein Mann seitdem stetig an Größe und Gewicht zugelegt hat, bis er sich auf seine heutigen ca. 100 Kilo eingependelt hat. Da wirken ganz andere Fliehkräfte. Trotzdem: Es blieb bei Prellungen und Abschürfungen. Hat der Körper tatsächlich so ein Langzeitgedächtnis? Auf jeden Fall hilft offensichtlich eine Art Bewegungskompetenz, ein eingebauter Sicherheitsreflex.

Trainieren Sie Ihre Bewegungskompetenz!

Und genau dies gilt es zu trainieren! Womit? Natürlich mit täglicher Bewegung! Gerade im Alter wird es ja nicht besser mit unserer Standfestigkeit. Überall lauern Gefahren, wie z. B. jetzt nasses Herbstlaub und in Kürze wieder Eis und Schnee. Da helfen uns die kleinen inneren Muskeln, die mittels Faszientraining (Bellicon-Schwing-Trampolin!) wachsam und flexibel sind. Sie unterstützen im wahrsten Sinne des Wortes die großen Muskeln, die – wie in meinem Fall – täglich bei einer 15-minütigen Morgengymnastik beansprucht und gedehnt werden. Eigentlich ist es egal, wie man sich bewegt. Hauptsache man tut es täglich!

Meine zwei liebsten Menschen auf der Welt am Adria-Strand beim Eisessen - Mama & Michi

Meine zwei liebsten Menschen auf der Welt am Adria-Strand beim Eisessen – Mama & Michi

Meine inzwischen 87-jährige Mama hat in jüngster Zeit auch zwei Stürze relativ glimpflich überstanden. Sie ist noch kleiner als ich, ist schlank – und immer so wieselig-schnell unterwegs wie ihre Tochter. Manchmal zu schnell, manchmal zu aktionistisch. Aber sie macht all ihre Gänge (Zeitungholen, Einkäufe, Besuche bei meiner 102-jährigen Tante im Seniorenheim etc.) zu Fuß! Und sie macht wie ich morgens ihre Fünf Tibeter. Dass sie es dabei bei der ersten Übung, dem Drehen um die eigenen Achse, unbedingt einmal andersherum probieren wollte, hat ihr übrigens Sturz Nummer Drei beschert. Ja, ja, auch bei der Gymnastik kann man sich verletzen!

Trotzdem: Ich bin der festen Überzeugung, dass z. B. auch sogenanntes Vibrationstraining auf den entsprechenden Plattformen (Plate One z. B. *, s. unten), die es eigentlich in jedem Altenheim geben sollte, das Muskelkorsett entscheidend stärkt. Eine andere Form dieser Sturzprävention, vor allem für Menschen unseren Alters, heißt Achtsamkeit. Ein derzeit stark überstrapazierter Begriff vor allem im Hinblick auf den gestressten Menschen, der am Rande des Burnouts balanciert. Stichwort Entschleunigung. Dabei geht es um nichts mehr und nichts weniger als Aufmerksamkeit für das eigene Tun, und zwar im Hier und Jetzt. In der Psychotherapie nennt man das Aktualitätstraining. Eine Übung ist etwa, sich auf einem Weg von A nach B genau die Bäume und Bänke einzuprägen, an denen man sonst achtlos vorbeihastet. Das kann inmitten all der Hektik, in der wir gern schon geistig durchspielen, was noch so zu erledigen ist und wie wir das alles schaffen können, sehr nützlich sein.

Was bleibt nach so einem Sturz, ist der Schock, das Trauma. Wie geht man damit um? Eine Freundin, die sich gerade bei einem Sturz kopfüber (Steinkante übersehen!) das linke Handgelenk gebrochen hat – zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren wohlgemerkt – erzählte mir gerade, dass sie sich kaum noch vor die Haustür traut. Auch Hüft-Patienten mailen uns diese Ängste häufig. Sie schützen sich bei Radltouren und beim Skifahren mit Hüftprotektoren. Gute Idee. Aber im Alltag? Wie gesagt: Wackeltraining! Rollen Sie mal ein Handtuch und legen sich das beim Zähneputzen unter die nackten Füße. Wenn Sie die Balance verlieren, können Sie sich ja am Waschbecken festhalten. Das ist die günstigste (es gibt natürlich auch Wackelkissen zu kaufen) Methode, um ihr Bindegewebe, die Faszien, die tiefer liegenden Stützmuskeln – wie immer Sie es nennen wollen – auf die Unbillen des Alltags vorzubereiten.

Übrigens habe ich gerade einen Kuchen für die arme Freundin mit dem Handgelenk-Bruch gebacken, die uns morgen zum Brunch eingeladen hat. Diesen Orangenkuchen soll ich stürzen. Mache ich nicht. Ich nehme ihn in der sicheren Kastenform mit und stürze ihn auf dem sicheren Tisch vor unseren Tellern – zum sofortigen Verzehr! Aber keine Angst: Das ist jetzt keine Sturz-Phobie, sondern nur ein witziger Schluss dieser hoffentlich nicht überstürzten Überlegungen.

*Erläuterung dank einer Leserin-Reaktion: Ja, inzwischen weiß man, dass Vibrationstraining keineswegs zur Lockerung eines Implantats beiträgt. Vielmehr wird ein richtig dosiertes Kraft- und/oder Bewegungstraining empfohlen, um einen muskulären Gelenkschutz und ein stabiles knöchernes Lager aufzubauen. Gute muskuläre und koordinative Fähigkeiten reduzieren hierbei die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte und tragen damit indirekt zur Verlängerung der Prothesenstandzeit bei.

Bei Hüft-TEP`S können beidbeinige Standübungen durchgeführt werden, da eine vergleichsweise lange Dämpfungsstrecke bis zum Implantat vorhanden ist und die dämpfende Muskulatur in Längsrichtung zur Vibrationshauptbewegungsrichtung stimuliert wird.

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A wie Außen-Meniskus, Ängste und Apotheken-Umschau

Ich habe Knie! Nein, glücklicherweise keine Arthrose. Meine Knorpelsubstanz, so die Röntgen-Aufnahme und mein Orthopäde, ist 1 A! Aber ich habe einen kleinen Riss im Außen-Meniskus. Wie so etwas kommt? Altersbedingter Verschleiß, musste ich da hören, da ich mich an keinen „Fehltritt“ erinnern konnte. Die Kernspin, auch MRT genannt, hat dazu noch eine – ebenfalls altersbedingte – Abnutzung der Kniescheibe ergeben. Du meine Güte! Da bin ich gerade 58 Jahre alt geworden, und dann das! Offensichtlich bin ich kein Unfall-, sondern ein Verschleiß-Typ. Und was mache ich nun mit den leisen Schmerzen und der eingeschränkten Kniebeuge-Fähigkeit? Abwarten! Ja, genau dazu hat mein von mir sehr geschätzter Erdinger Orthopäde Dr. Kurt Dworschak geraten. Ein bisschen ruhiger treten, im wahrsten Sinne des Wortes, Dehnübungen machen, ein bisschen Rad fahren und nicht so oft hinknien. Gartenarbeit war sowieso nie so mein Ding.

Ganz nebenbei hat der Facharzt meine schlechte Meinung über die Arthroskopie etwas gerade gerückt. Wie Peter Herrchen und ich anhand der Fälle in unserem zweiten Ratgeber aus Patientensicht, „Mut zum neuen Knie!“, feststellen mussten, hilft das zwar tatsächlich nicht mehr bei fortgeschrittener Arthrose, wohl aber, wie ich nun weiß, bei einem Meniskusriss. Meiner heißt übrigens in der Fachsprache „degenerativer Riss“. Klingt auch nicht schöner als Verschleiß. Tatsächlich sollte man kaputtes Meniskusgewebe arthroskopisch entfernen, sobald es beginnt, den Gelenkknorpel zu schädigen. Das könne man auch ambulant machen, meinte mein vorsichtiger Orthopäde. Aber ich solle jetzt mal nichts überstürzen, das könne sich auch wieder geben. Manche Menschen leben mit solchen Rissen ohne Beschwerden.

Das kenne ich ja von der Hüfte: „Wir operieren nicht aufgrund des Röntgenbilds, sondern erst wenn Sie entscheiden, dass es genug des Leidens ist.“ So lautet der Satz mit dem kompetente Operateure ihre Patienten nicht drängen wollen, sondern sie als mündig würdigen. Wenn ich allerdings die jüngsten Fälle, die uns „Mut zur neuen Hüfte!“-Autoren so zugetragen werden, Revue passieren lasse, dann wünsche ich mir doch vor allem Operateure, die ihren Patienten Mut machen anstatt Ängste bei Ihnen zu schüren. Das reicht von Sätzen wie „Der Weg danach wird bestimmt steinig.“ bis hin zu dem unsäglichen Satz „Sie sind ja eigentlich noch zu jung für ein künstliches Gelenk.“ Das sagte doch glatt der Orthopäde zur 68-jährigen Mutter meines Physiotherapeuten (ja, ich gehe wegen des Knies mal wieder zur manuellen Therapie). Herrgott noch einmal: TEPs halten bis zu 25 Jahre, dann ist die Mutter 93 und hat ein wunderbar bewegliches Leben im Alter gehabt! So aber kann sie keine Familien-Spaziergänge mehr mitmachen, sitzt jammernd zu Hause, wird unbeweglicher, einsamer, dicker, griesgrämiger – sorry, ich kenne Ihre Mutter gar nicht, lieber Stefan. Aber das ist ein gängiges Szenario.

Also bitte, liebe mündige Patienten: Suchen Sie sich rasch einen wirklich erfahrenen Operateur, dem sie vertrauen und machen Sie dem Gehumpel und den Schmerzen ein Ende! Das Leben nach der OP ist soooooo wunderbar. Sie werden hinterher gar nicht mehr verstehen, warum sie so lange gewartet haben. Apropos warten: Eine andere Patientin, die ich im August in der Medical Park-Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee besucht habe, wollte lieber Teil- anstatt Vollbelastung haben nach der erfolgreichen OP bei Dr. Michael Dienst im OCM München. Und was sagte dieser einfühlsame Operateur, der auch in unserem Buch so gelobt wird: „Machen Sie nur das, womit Sie sich gut fühlen. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Wenn Sie sechs Wochen lang im Drei-Punkt-Gang gehen wollen, dann tun Sie das, auch wenn alle anderen in der Reha im Vier-Punkt-Gang mit ihren Gehhilfen gehen oder gar ohne.“ Ich habe die übrigens relativ junge Patientin darin bestärkt und bin sicher, dass es ihr gut geht am Tegernsee.

Krücken-Recycling: Michael geht mit Fuß-Orthese im Vier-Punkt-Gang.

Krücken-Recycling: Michael geht mit Fuß-Orthese im Vier-Punkt-Gang mit meinen Ex-Hüft-Gehhilfen.

Zum Thema „junge Patienten“ mit Hüftprothese hat übrigens die Apotheken Umschau im Juli-Heft einen großen Beitrag gebracht (S. 22-26). Experte hier ist Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der Endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen, der auch in unseren beiden Büchern in ausführlichen Interviews zu Wort kommt. In dem Artikel heißt es, dass ein gutes Fünftel der rund 210.000 neuen Hüftgelenke im Jahr Menschen unter 60 Jahren eingesetzt wird. Sic! Wer 45 Jahre und älter ist, bei dem wurde, wie bei mir, eben nicht per Ultraschall eine Fehlstellung der Hüftköpfe untersucht. Heute geborene Säuglinge haben es definitiv besser – und ich prognostiziere mal, dass die Anzahl der Hüft-OPs in Zukunft abnehmen wird, nämlich spätestens wenn die 80er Jahrgänge in unser Alter kommen und dann dank Früherkennung und sofortiger Gegenmaßnahmen eben keine Hüft-Arthrose entwickelt haben.

Mein getaptes Knie neben dem frisch operierten Fuß meines lieben Mannes

Mein getaptes Knie neben dem frisch operierten Fuß meines lieben Mannes

Übrigens, was machen die Patienten in dem besagten Artikel „Hüftprothese – Keine Frage des Alters“? Sie spielen Golf! Und was mache ich mit meinem degenerierten Knie? Nach einigen Tagen mit einem schicken blauen Kinesiotape, Einreibungen mit essigsaurer Tonerde, drei Ibuprofen-Tabletten und einer veränderten Morgengymnastik (ohne Übungen auf den Knien, dafür mit vielen Dehnübungen und isometrischem Anspannen der Oberschenkelmuskulatur), bewege ich das Knie sanft auf meinem geliebten Bellicon-Trampolin, fahre Fahrrad im zweiten Gang – und spiele wieder Golf! Erst 9, inzwischen auch schon wieder 18 Löcher. Nächste Woche bin ich auf einem sehr hügeligen Golfplatz im Allgäu. Da habe ich mir allerdings doch lieber einen fahrbaren Untersatz, ein Golf-Cart, bestellt. Man muss es ja nicht übertreiben…

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TEP-Treffen am Tegernsee und narzisstische Phase rund um die OP

Nun haben wir Cory aus Hong Kong in ihrer Reha in der Medical Park Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee am Tegernsee besucht – und können somit ein 6er TEP-Treffen vermelden! Denn sowohl mein Mitautor Peter Herrchen als auch Cory und ich haben ja je zwei Hüft-TEPs. Beim „Foto-Shooting“ war ich allerdings die Einzige, die ihre Schuhe ausgezogen hat, um am heißen 35-Grad-Tag Abkühlung im Tegernsee zu genießen. Den beiden anderen war der Untergrund zu steinig! Da lobe ich mir doch das Training auf unebenem Untergrund und die Freude am Barfußgehen. Das ist kostenlose Fußreflexzonenmassage – und erspart Einlagen.

Die Mutmach-Ratgeber Autoren Heidi Rauch und Peter Herrchen mit der nun ohne Krücken gehenden Cory in ihrer Mitte.

Die Mutmach-Ratgeber Autoren Heidi Rauch und Peter Herrchen mit der nun ohne Krücken gehenden Cory in ihrer Mitte.

Denn beim Googeln nach einem WDR-Beitrag über unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“, auf den uns eine Leserin aufmerksam gemacht hat, kam ich auf einen Hüft-Beitrag des Hessischen Fernsehens: Der Patient, der dort interviewt wurde, hatte zunächst Fußschmerzen, bevor ihm Coxarthrose diagnostiziert wurde. Und was war die erste Maßnahme vor der richtigen Diagnose: Einlagen! Seien Sie also skeptisch, wenn Ihnen das widerfahren sollte – und es vor allem nur kurzzeitig hilft.

Ebenso nur kurzzeitige Hilfe, wenn überhaupt, versprechen übrigens die ach so beliebten Arthroskopien im Knie – 413.000 in Deutschland im Jahr! Wir schreiben ja in unserem Buch „Mut zum neuen Knie!“ schon ausführlich, wie überflüssig diese operativen Eingriffe sind. Nun untermauern dies auch neue Studien: Unter dem Titel „Gelenkspiegelung bringt kaum Vorteile“ schreibt „Die Zeit“ über dänische und schwedische Forscher, die sogar auf erhebliche Nebenwirkungen dieser so wenig effektiven OP hinweisen, wie Blutgerinnsel (Thrombosen) in den „tiefen“ Venen, Infektionen, Lungenembolie (verstopfte Lungenschlagader) und gar Todesfälle! Im British Medical Journal geht der Orthopäde Andy Carr von der Universität Oxford sogar noch weiter: Bei knapp jeder tausendsten Gelenkspiegelung käme es zu einem Todesfall, bei vier von 1.000 Arthroskopien zu einer Venenthrombose. Sein Fazit: Diese OP sei nicht effektiv und potentiell schädlich! Und auch das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen kam 2014 zu dem Schluss: Der Nutzen einer Gelenkspiegelung bei Knieverschleiß (Gonarthrose) sei nicht belegt!

Belegt ist aber die Zuwendung, die ein Patient braucht – egal ob Hüft- oder Knie-TEP. Nie ist man so sehr mit seinem Körper beschäftigt wie rund um eine OP, die zu einer Endoprothese führt. Die Entscheidung, sich etwas Künstliches, einen Fremdkörper als Hilfsmittel einsetzen zu lassen, führt zu intensivem Nachdenken über das Funktionieren unserer Körperteile, über die Pflege, die wir ihnen angedeihen lassen sollten. Nie war ich so sehr mit meiner narzisstischen Selbstbeobachtung beschäftigt wie in der Zeit meiner beiden Hüft-OPs: Wie gehe ich denn heute, welche Fortschritte mache ich, bewege ich mich achtsam, wo zwickt oder zwackt es noch? Darum kreisen die Gedanken. Wenig anderes hat Platz. Auch in der Reha drehen sich die Gespräche natürlich nur darum.

Eigentlich ist das ein schöner Zustand, den man sich sonst im Alltag nie gönnt. In der Reha darf und soll man das. Jeder versteht einen. Umso beleidigter ist man, wenn man nicht die Zuwendung erfährt, die man erwartet. Schließlich ist man ja gerade der Nabel der Welt! Ich erinnere mich noch genau wie sauer ich war, als eine Freundin den mit mir ausgemachten Besuchstermin vergessen hatte. Vergessen! Wie geht das denn? Oder Menschen, die einfach keine Zeit haben für einen Besuch bzw. meinen, keine Zeit zu haben. Für die hat man so gar kein Verständnis. An dieser Stelle also mein dringender Rat: Auch wenn der Patient abwinkt und meint, in der Reha sei er ja soooo beschäftigt und brauche keinen Besuch. Das stimmt nicht! Er oder sie freut sich bestimmt riesig darüber. Garantiert! Schreiben Sie mir, wenn Sie anderes erleben. Ich bin gespannt….

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TEP-Gipfeltreffen in China, McMinn-Prothese und Haltbarkeit von TEPs

Wir sind gerade zwei Wochen in China gewesen – und  in Hongkong habe ich die erste Hüft-Patientin und Buch-Leserin von „Mut zur neuen Hüfte!“ getroffen, die ihre OP beruflich bedingt nicht in ihrer Heimat Stuttgart, sondern in Hongkong hat machen lassen. Der Termin hätte nicht besser gewählt werden können: Cory hatte gerade von ihrem Operateur die Nachricht erhalten, dass sie nach 12 Wochen endlich ihre Gehhilfen weglassen kann. 12 Wochen? Ja, sie hat beide Hüften auf einmal operieren lassen und eine McMinn-Prothese (oder Birmingham Hip) gewählt, die eine deutlich längere Schonphase erfordert. Vorteile: Da es sich um keine Voll-Endoprothese, sondern um einen Hüftoberflächenersatz handelt, ist diese Operation deutlich Knochen sparender. Der geschädigte Gelenkkopf wird lediglich überkront – wie beim Überkronen eines Zahnes.

Der letzte Tag mit Krücken: Cory mit Buch-Autorin Heidi Rauch auf dem Victoria Peak in Hongkong

Der letzte Tag mit Krücken: Cory mit Buch-Autorin Heidi Rauch auf dem Victoria Peak in Hongkong

In Deutschland wird diese Hüftkappe immer noch sehr selten eingesetzt, weil nach Medienberichten über eine Hersteller-Firma das Image starken Schaden genommen hat. Aber es gibt in Europa rund 10 Oberflächenersatz-Modelle von verschiedenen Herstellern. Das von Derek McMinn als „Birmingham Hip Resurfacing“ (BHR) entwickelte Oberflächenersatz-Modell ist seit 1997 unverändert verfügbar und kann auf über 150.000 Implantationen sowie zahlreiche sehr gute klinische Untersuchungen verweisen. Die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen zum knochensparenden Hüft-OP-Konzept wurden bereits in den 50er Jahren unternommen, damals war aber die Materialentwicklung noch nicht so weit. Tatsächlich gibt es aber sehr positive Langzeitverläufe mit bis zu 25 Jahren Haltbarkeit – und das bedeutet ja, dass sogar „älteres“ Material aus den 80er/90er Jahren verwendet wurde, das noch nicht unseren heutigen Standards entspricht. Somit kann Corys Operateur wohl sehr selbstbewusst behaupten, dass ihre 2015 eingesetzten Prothesen ein Leben lang halten werden (sie ist 52 Jahre alt).

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass ihr Operateur ihr die Wahl gelassen hat zwischen einer normalen TEP und der McMinn-Prothese. Er operiert beide gleich oft, hat aber deutlich gesagt, was wir auch in unseren Büchern schreiben: Es kommt darauf an, wie viele Hüften ein Operateur im Jahr operiert. Wenn er also nur TEPs einsetzt und ein- oder zweimal im Jahr auch eine McMinn, dann heißt es: Finger weg! Wenn aber ein Operateur auf eine Vielzahl von OPs mit McMinn-Oberflächenprothesen verweisen kann, dann ist das eine vertrauenswürdige Basis. Wenn er dann noch wie Corys Operateur in seiner Info-Broschüre (!) zugibt, dass er einst den und den Fehler gemacht hat, aus dem er gelernt hat und ihn mit dieser oder jener Methode abgestellt hat – tja, dann kann man nur den Hut ziehen vor so viel ärztlicher Ehrlichkeit.

Haltbarkeit bei sportlicher Belastung

In der geschlossenen TEP-Fit-Facebook-Gruppe meines Mitautors Peter Herrchen kam aufgrund eines TV-Beitrags vor kurzem auch die Frage nach der Haltbarkeit auf, vor allem bei größerer sportlicher Belastung, die ja heute eher die Regel ist als früher. Die Operierten werden jünger, sind anspruchsvoller und wollen weiterhin aktiv sein. Zum Thema angeblich unzureichender Belastungstests künstlicher Gelenke hat unser zuverlässiger Facharzt, Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, Folgendes geantwortet:

„Es ist völlig korrekt, dass die derzeitigen offiziellen Prüfnormen unzureichend sind und den tatsächlichen Belastungsgrößen nicht entsprechen. Daher führen alle renommierten Hersteller wesentlich umfangreichere Tests und Belastungen durch, die weit über die bisherigen Prüfungen hinausgehen. Das tun sie allein schon aus Selbstschutz, um sich vor eventuellen späteren Regressforderungen möglichst zu schützen, die heute zum Teil riesige Ausmaße annehmen können, besonders wenn die USA involviert sind. Trotzdem kommt es immer wieder einmal zu Problemen und Versagern. Allerdings sind diese viel seltener als früher geworden und stellen die absolute Ausnahme dar.

Heute wird von den renommierten Herstellern sehr aktiv an der Weiterentwicklung der Testnormen gearbeitet, sowohl was die Forschung auf diesem Gebiet angeht, als auch die Testmaschinen, die ja nicht den Laborzustand sondern möglichst die Bedingungen im Körper unter natürlichen Belastungen und in den verschiedensten Situationen simulieren sollen. Und das über viele, viele Jahre. Da ist man wirklich schon sehr weit und bei den `guten` Firmen intensiv bemüht. Ich habe gerade wieder ein Testlabor bei der Firma Aesculap in Tuttlingen besucht, sowie Testeinrichtungen der Firmen DePuy und Zimmer in Leeds und Winterthur: Da wird intensiv und ernsthaft geforscht und entwickelt, um die Implantate so haltbar wie möglich zu machen.

Ein zukünftiger Implantatträger sollte seinen Operateur fragen, wie lange es die geplante Prothese schon gibt, wie die Langzeiterfahrungen sind und, wenn es eine relative Neuentwicklung ist, ob sie sich auf bereits bewährte Prinzipien stützt und nur geringfügige Veränderungen zum bewährten Vormodell aufweist. Außerdem sollten die Firmen erfragt werden, die die Implantate herstellen. Diese sollten ja möglichst viele Jahre halten und wenn nach 20 Jahren ein eventueller Austausch ansteht, sollte es die Herstellerfirma auch noch geben …. das ist zwar nicht immer garantiert, aber die „Großen“ gibt’s dann hoffentlich wohl noch eher. So verfahren zumindest wir in der endogap bei der Implantatauswahl.

Bei aller gerechtfertigten Vorsicht nicht vergessen: Die Ergebnisse der Hüft- und Knie Endoprothetik sind wirklich hervorragend und die weitaus meisten Patienten haben mit ihren Implantaten viele Jahre überhaupt keine Probleme.“

Ab Mitte Juni absolviert Cory ihre Reha in der Medical Park Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee am Tegernsee. Ehrensache, dass Peter Herrchen und ich sie besuchen werden. Wir sind gespannt, wie fit sie bis dahin ist. Da sie von ihrem Wohnort Shenzen zu ihrer in Hongkong praktizierenden Physiotherapeutin stets inklusive Grenzübergang mindestens eine Stunde unterwegs ist, hat sie entdeckt, dass man sich Übungen prima via Skype zeigen lassen kann. Eine Idee, die übrigens auch Ernährungsberaterin Barbara Konitzer aus unserem Mutmach-Ratgeber „Mut zum neuen Knie!“ praktiziert. Wer also mit ihrer Hilfe seine Ernährung umstellen möchte, vor oder nach einer OP, dem sei ihre Website empfohlen. Da geht es weniger um die Bikini- oder Badehosen-Figur als vielmehr um die innere Einstellung zu gesunder Ernährung, um Gewichtsmanagement und bioaktive Ernährung. Ganz nebenbei gibt es wunderbare Rezepte und zuletzt Fotos von einem Wettbewerb zum Food Revolution Day 2015 zu sehen. Da war ich in der Jury und hatte großen Spaß an der Auswahl der schönsten Fotos. Das hat mich gleich dazu animiert, selbst ein sommerliches Food-Foto zu machen – von unserem neuen Limonen-Olivenöl und dem 30-prozentigen Zitronenlikör Limoncello aus eigener Herstellung. Motto: Die Sonne Italiens nach Hause holen!

Zitronige Köstlichkeiten Limonolio und Limoncello auf blühender Wiese. Mehr dazu auf www.oliopiceno.de

Zitronige Köstlichkeiten Limonolio und Limoncello auf blühender Wiese. Mehr dazu auf http://www.oliopiceno.de

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A wie Alexander-Technik, B wie Bellicon – und Hüftprotektoren

Akute Beschwerden habe ich ja längst nicht mehr, aber trotzdem absolviere ich täglich ein Bewegungsprogramm. Das wundert immer viele Menschen – und ein bisschen schwingt auch Be-Wunderung mit, weil dazu auch ein gewisses Maß an Disziplin gehöre, sagt man. Ja und die Zeit, die fehle – und man müsste, man sollte…. Meine Standardantwort: Für Dinge, die einem wichtig sind, nimmt man sich die Zeit. Und dann ist es keine Frage der Disziplin mehr, sondern ein tägliches Bedürfnis. Sie gehen ja auch nicht aus dem Haus, ohne Zähne geputzt zu haben, oder?

Also baut man die tägliche Bewegung in sein Alltagsprogramm ein. Sehr gut ist dafür die Alexander-Technik, die wir auch in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ und noch ausführlicher in „Mut zum neuen Knie!“ beschreiben und empfehlen. Da geht es genau darum, aufmerksamer zu werden, was man im Alltag so für „komische“ Haltungen einnimmt, wie oft man die „falschen“ Muskeln einsetzt etc. Eine gut ausgebildete Alexander-Technik-Lehrerin hilft bei der Anleitung, beim Bewusstwerden – und danach kann man selber achtsamer mit sich umgehen. Prominente wie die Münchner Philharmoniker, Maria Furtwängler, Sting und Paul McCartney – und viele Hollywood-Stars wie Halle Berry, Hilary Swank oder Leonardo DiCaprio schwören übrigens auf diese Methode, die einst vom Schauspieler F. M. Alexander (1869-1955) begründet wurde.

Gern empfehle ich auch immer wieder das Mini-Trampolin Bellicon. Das Schwingen mit der sanften Seilring-Federung löst Verspannungen jeder Art, kräftigt die Muskulatur, stärkt das Knochengerüst, regt die Verdauung an, verbrennt Kalorien – und macht Spaß! Bewegung soll ja keine Quälerei sein. Ich persönlich bin kein Fan von Fitness-Studios. Das ist mir zu aufwändig. Gern hole ich mir da Anregungen, lasse auch mal einen Personal Trainer auf mich schauen – und baue das, was mir gefällt, zu Hause in mein persönliches Bewegungsprogramm ein. Das sieht so aus, dass ich morgens – nach dem Zähneputzen und Duschen – ca. 10 bis 15 Minuten auf der Gymnastikmatte turne: Basis sind die Fünf Tibeter, ergänzt mit Qi Gong-Elementen und Dehn- und Kräftigungsübungen aus der Reha. Jeden Tag, überall, wirklich ohne Ausnahme!

Wenn ich mehr Zeit habe, vielleicht zwei bis drei Mal pro Woche, hüpfe ich zusätzlich auf dem Bellicon, in jüngster Zeit gern mit den smovey-Ringen in der Hand. Und wenn schlechtes Wetter ist und ich nicht Golf spielen oder draußen Rad fahren kann, trete ich noch 20 Minuten die Pedale auf dem Ergometer. Dabei entdecke ich übrigens immer auf Phoenix interessante Naturfilme, Dokumentationen oder Historisches. Zuletzt eine Reportage über den Permagarten. Der Beitrag kam mir sehr gelegen: ein Nutzgarten, der wenig Arbeit macht! Wir haben unseren Rasen in diesem Frühling noch nicht einmal gemäht, weil er soooo schön blüht – und den Bienen damit Nahrung gibt.

Das Chippen ohne Rotation kann man als Golfer auch schon sechs bis acht Wochen nach der Hüft-OP üben.

Das Chippen ohne Rotation kann man als Golfer auch schon sechs bis acht Wochen nach der Hüft-OP üben.

Anfrage zu Hüftprotektoren

Bei aller Freude an der Bewegung habe ich mit meinen beiden Hüft-TEPs noch nie über den Einsatz von Hüftprotektoren nachgedacht. Aber da wurde ich von einer Leserin eines Besseren belehrt. So schrieb uns Angelika P. per Mail: „Tatsächlich ist mir in der Reha (Bad Sassendorf, Klinik Lindenplatz) im Arztvortrag dazu geraten worden – inklusive Testergebnissen von Sturzfolgen ohne und mit Protektoren. Da ich aber gerade in den Monaten vor der OP mehrere Male mit dem Rad gestürzt bin, fühle ich mich mit Schutz sicherer.“

Mein lieber Mitautor Peter Herrchen hat denn auch gleich einen Marathon-Kollegen parat gehabt, der sich nach der Hüft-OP zum Radfahren eine Protektor-Radhose gekauft hat, und zwar ein Modell von O`Neal. In guten Bike-Läden gibt es die sowohl für Damen als auch für Herren. „Das Besondere an dieser Hose ist laut meinem Sportler-Kollegen, dass diese sehr angenehm zu tragen ist, nicht einengt oder aufträgt und der Schutz durch ein spezielles Material – ähnlich wie bei einem Airbag – erst bei einem Sturz richtig wirkt“, schreibt Peter – und gelobt gleich, dass er sich auch eine zulegen wird. Wer noch intensiver mit ihm in Kontakt treten will, dem empfehle ich seine geschlossene Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/tepfit/

Wir freuen uns jedenfalls, dass wir dank unserer Leser auch immer wieder etwas dazulernen – und aufgrund unseres immer größer werdenden Netzwerks auch Hilfe und Tipps geben können. In diesem Sinne: Bleiben Sie in Bewegung!

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A wie Angstmacherei, B wie BHR, C wie China – und noch einmal Bewegung mit smovey

Die Amazon-Rezension Nr. 31 hat unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ gerade bekommen – und der Verfasser bedankt sich besonders dafür, dass mein lieber Mitautor Peter Herrchen sofort per e-mail auf dessen Fragen geantwortet hat. Ja, das tun wir! Und zwar gern – und ausführlich. Tatsächlich sind die Fragen unserer Leser auch für uns wirklich spannend, halten uns auf dem Laufenden, was sich in der Hüft-Community so tut. Manche Mails erschrecken uns allerdings auch über die merkwürdigen Ansichten mancher Ärzte. Bei der Angstmacherei, die da teilweise herrscht, sage noch einer, dass in Deutschland zu schnell und zu oft operiert wird! So schrieb uns Tina W., 51: „Einer der Assistenzärzte war aber der Meinung, Yoga ginge gar nicht mehr, auch dürfe ich mich vom Stand aus nie mehr bücken, niemals außenrotierende Bewegungen machen. Er hat mich direkt verunsichert. Da dachte ich an die vielen Geschichten eures Buches und fragte mich, ob das stimmen kann? Denn die vielen beschriebenen, wiederaufgenommenen Sportarten verlangen doch bestimmt, dass ihr euch mal bückt. Wie kriegt ihr denn sonst die Schuhe zu? Oder die Skistiefel und Bindungen???“

Also hier noch einmal für alle: Das ist kompletter Unsinn! Das Bücken und Schuheanziehen sollte man in den ersten sechs Wochen nach der OP vermeiden. Sobald die Hüft-TEP gut eingewachsen und die Muskulatur wieder gekräftigt ist, geht das alles wieder problemlos! Die Luxationsgefahr, die als Gespenst rumgeistert, gibt es bei zwei bis drei Prozent der Fälle tatsächlich. Dazu hat die Süddeutsche Zeitung am 31. März einen interessanten Artikel veröffentlicht. Aber wenn man sich besonders in den ersten Tagen in der Klinik an die Anweisungen des Operateurs hält und dieser sein Handwerk verstanden hat, kann und sollte eine Auskugelung des Gelenks nicht passieren.

Eine weitere interessante e-mail erreichte uns aus China! Dort hat sich eine deutsche Patientin, die zur Zeit in China lebt, in Hong Kong beide Hüften auf einmal operieren lassen. Und zwar hat sie BHR-Hüften bekommen. Das musste ich erst selbst googeln, denn bekannt ist diese Art der Prothesen bei uns eher als McMinn-Oberflächenersatz. BHR steht für Birmingham Hip Resurfacing. Entwickelt hat diese Prothesen-Art nämlich Prof. Derek McMinn, der in Birmingham, UK, sitzt. Die Firma Smith & Nephew, von der auch meine TEP stammt, stellt diese Kappen mit Stift her, die auch die Gelenkpfanne ersetzen und eigentlich vor allem bei jüngeren Männern eingesetzt werden. Unsere Hong Kong-Patientin schrieb dazu sehr kompetent: „Das Risiko einer McMinn ist bei Frauen höher, weil sie kleinere Knochen haben und die kleineren Implantate nicht so gut `funktionieren`. Außerdem ist die Knochendichte von Frauen generell nicht so hoch wie die von Männern. Deshalb ist die Gefahr eines Oberschenkelhalsbruches in den ersten 6-8 Wochen generell höher. In meinem Fall hatte mein Operateur, der übrigens bei Prof. McMinn gelernt hat, keine Bedenken. Ich bin 1,80 m groß und meine Knochen sind sehr stark…. Deshalb sah er bei mir keinen gravierenden Unterschied zu einem Mann gleicher Statur. Trotzdem bekam ich die verlängerte Schonfrist von 12 Wochen.“

Sie fragte uns übrigens gezielt nach der Reha in der Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee am Tegernsee, die wir in unserem Buch aufgrund eigener Erfahrung so sehr loben. Im Internet mehren sich inzwischen Beschwerden über die nachlassende Qualität dort. Eine meiner Golf & Bridge-Freundinnen war letzten Herbst dort und war wenig begeistert vom Essen, aber ansonsten durchaus zufrieden, zumal sie ein schönes Zimmer mit Seeblick hatte. Peter Herrchen war jüngst vor Ort und hat den Bau eines neuen Physio-Holzhauses gesehen und auf den ersten Blick des Außenstehenden wenig Negatives. Er hat nun den orthopädischen Leiter Dr. Thomas Wessinghage selbst am 3. April per Mail gefragt, was sich in seinem Haus so tut. Wir werden berichten, sobald die Antwort eintrifft.

Ja, und selbst? Ich bleibe weiterhin in Bewegung, zur Zeit bevorzugt mit meinen smovey-Vibroswing-Ringen. Die sind so wunderbar praktisch, weil man sie überallhin mitnehmen kann. Über Ostern sind wir wieder in unserem italienischen Zweitdomizil und da haben die smoveys schon die Adria gesehen und begleiten mich auf meinen morgendlichen Walks den Hang hoch und runter. Allerdings haben sie gerade Konkurrenz von unseren Olivenbaum-Ästen bekommen, die nach dem Baumschnitt auf einen Haufen transportiert werden mussten. Nicht etwa zum Verbrennen, wie hier sonst üblich, sondern, um für unseren Olivenblätter-Tee zu trocknen. Wer mehr darüber erfahren will, dem empfehle ich meinen zweiten Blog zum Thema Olivenöl.

Smovey-Spaß an der Adria - gut gegen Winkeärmchen!

Smovey-Spaß an der Adria – gut gegen Winkeärmchen!

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A wie AMIS-Zugang, Anzahl der Hüft-OPs und Action mit smovey

Eigentlich wollte ich mit B weitermachen, aber nun kam AMIS dazwischen. Was das ist? Ein Hüft-OP-Zugang, den es schon lange gibt, der sich aber nun eine griffige Abkürzung zugelegt hat. Das ist natürlich besser fürs Marketing. Die Buchstaben stehen für „Anterior Minimal Invasive Surgery“, übersetzt minimal-invasive Operation von vorn. Gefragt hat uns nach den Vor- und Nachteilen dieser Methode ein Patient, der in unserem Buch „Mut zum neuen Knie!“ vorkommt und nun auch eine Hüft-OP vor sich hat.

Mein Mitautor Peter Herrchen und ich kannten niemanden, der so operiert worden ist und fragten daher lieber den Arzt unseres Vertrauens, Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen. Seine Antwort kam wie immer prompt – danke sehr dafür! Seine ausführliche Antwort ist auch nachzulesen in der Rubrik „Dr. Tep rät“ auf unserer Bücher-Homepage. Über die Facebook-Seite von Peter (ich bin ja Facebook-Verweigerin) meldeten sich außerdem tatsächlich einige Betroffene. Hier zusammengefasst, was es dazu zu sagen gibt.

Basis-Info: Um eine Verletzung der für die Bewegung des Hüftgelenks wichtigen Muskulatur zu umgehen, erfolgt der Zugang durch eine natürliche Muskelspalte im vorderen Bereich des Oberschenkels. Dadurch kann im Gegensatz zu den herkömmlichen Operationsmethoden im Rahmen des Eingriffs auf die Ablösung bzw. Durchtrennung von Muskelgewebe vollständig verzichtet werden.

Dr. Fulghums Meinung zusammengefasst: AMIS ist eine sehr gute Methode, wenn sie beherrscht wird. Es gibt bei keinem der insgesamt fünf üblichen Zugangswege nur Vorteile, denn es kommt immer auf die Erfahrung des Operateurs an und den individuellen Patienten. Nachteil bei AMIS: Bei Komplikationen ist der Zugang nicht erweiterbar – im Gegensatz zu den seitlichen und hinteren Zugängen. U. a. deshalb hat sich AMIS bislang nicht wirklich durchgesetzt. Vorteil: Innerhalb der ersten sechs Wochen läuft die Rehabilitation etwas schneller. Nach drei Monaten sind absolut keine Unterschiede mehr nachweisbar.

Die Patientin Elfriede B ist begeistert von AMIS und schreibt u. a.: „Mir geht es prima. Ich habe 6 Monate nach der OP wieder mit regelmäßigem Tennistraining angefangen, außerdem mache ich Yoga und gehe zu den Kursen ins Fitness-Studio. Ich bin sehr glücklich über die OP, mein normaler Orthopädie meinte auch, das ist sehr gut geworden. Trotzdem bin ich natürlich noch vorsichtig und höre immer in meinen Körper hinein, da ich auch nicht genau weiß, wie viel ich mir zumuten kann. Alle 14 Tage leiste ich mir eine Sitzung Alexandertechnik und gelegentlich gehe ich noch zur Manuellen Therapie. Was die AMIS-Methode betrifft, so halte ich sie nach wie vor für die (zumindest für mich) beste Methode. Bei AMIS werden keine Muskeln traumatisiert, insbesondere nicht die meist schon schwachen Abduktoren und die dorsale Muskulatur.“

Operationszahlen in Deutschland doch nicht so hoch!

In der Süddeutschen Zeitung vom 26. Februar fand sich auf Seite 6 ein interessanter Artikel, der die allgemeine Meinung, in Deutschland würde zuviel operiert, deutlich relativiert. Ich habe an dieser Stelle ja schon mehrmals gesagt, dass mir in meiner gesamten Hüft-Laufbahn noch nie ein Arzt untergekommen ist bzw. ist mir noch nie von einem erzählt worden, der seine Patienten zur Hüft-OP gedrängt hätte. Im Gegenteil!!! Tatsächlich gibt es nun eine neue Studie, die an den bisherigen Statistiken die nicht berücksichtigte Altersstruktur der Länder bemängelt. Zieht man nämlich diese heran, steht Deutschland bei den Hüft-OPs nicht mehr an Nummer zwei in der Welt, sondern auf dem fünften Platz. Bei den Hüft-OPs lägen wir demnach nicht mehr nur hinter der Schweiz, sondern auch noch hinter Norwegen, Luxemburg und Österreich. Auch bei den Knie-OPs eine deutliche Verschiebung: In Australien und Belgien wird nach der neuen Studie öfter eine Knie-TEP eingesetzt als in der Bundesrepublik.

Hintergrund: Die Deutschen sind im Schnitt älter als die Einwohner vieler der insgesamt 34 OECD-Länder – und ältere Menschen brauchen nun mal mehr künstliche Hüft- und Kniegelenke. Unser Altersdurchschnitt: 44,3 Jahre. Nur die Japaner sind im Schnitt älter: 44,6 Jahre. Im Mittelfeld die Franzosen: 39,7 Jahre. Die Jüngsten sind die Mexikaner: 36,7 Jahre.

Sämtliche Muskeln aktivieren mit smovey Vibroswing

Damit wir Deutschen vielleicht noch älter, weil insgesamt fitter werden, haben unsere lieben österreichischen Nachbarn ein neues Fitnessgerät erfunden: smovey heißt es, Zusatz: Vibroswing. Schöner Untertitel: Health in your hands. Es handelt sich nämlich um zwei knallgrüne Ringe, die man in der Hand hält und damit Bewegungen macht. Natürlich sind es keine normalen Ringe. Darin verbergen sich vier Kugeln, die sich ebenfalls bewegen. Erfunden hat das der an Parkinson erkrankte Johann Salzwimmer, der etwas gesucht hat, um seine Muskeln auf Trab zu halten. Tatsächlich hat es der hervorragende Tennisspieler und Skifahrer geschafft, seinen Gesundheitszustand mit einem Minimum an Medikamenten zu stabilisieren.

Der Smovey-Erfinder mit seinen Fitness-Ringen.

Der Smovey-Erfinder Johann Salzwimmer mit seinen Fitness-Ringen.

Was das für Hüft-Patienten bringen soll: Spaß! Freude an der Bewegung! Denn tatsächlich werden mit dem Hin- und Herschwingen 97 Prozent der gesamten Muskulatur aktiviert und 100 Millionen Körperzellen vitalisiert. Wow. Smovey ist übrigens ein Kunstwort bestehend aus drei englischen Wörtern: swing, move – und das „y“ kommt von smiley. Schwingende Bewegung mit einem Lächeln, klingt vielversprechend!

Kennengelernt habe ich smovey im Kurz-Skiurlaub in Waidring, Tirol. Die Chefin des Hotels Waidringer Hof, mit dem schönen Zusatznamen „Glückshotel“, schwört darauf und hat mich überzeugt. Nun will ich das bei meinen Golf & Bridge-Damen im Golfclub München Eichenried einführen. Sie wissen nur noch nichts von ihrem Glück… Auf jeden Fall kommen die grünen Dinger über Ostern mit nach Italien – für action on the beach! Denn der Film auf der smovey-Homepage mit am Strand hüpfenden und „rudernden“ Menschen hat mir Lust auf den Eigenversuch gemacht. Ich bin gespannt, ob die Italiener die blonde Deutsche für verrückt halten oder ob sie neugierig werden: Che cosa fai, bella?

Smovey

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