P wie Propriozeption, Psyche, Physiotherapie – und Putting for Par

Zwei Wochen nichts über die Titanhüften geschrieben. Sorry, liebe Leser. Wir sind gerade in Italien und ich bin in der Endphase des Jahreshefts „Fairway Magazin“ des Golfclubs München Eichenried, das in diesem Jahr 160 (!) Seiten haben wird. Darunter auch etliche Artikel über „Gesund golfen“ – inklusive meiner Erfahrungen mit zwei Hüft-OP`s in einem Jahr. Wer das Ende März erscheinende Heft zugeschickt bekommen möchte, schreibe mir einfach eine Mail oder einen Kommentar.

Eichenrieds Golf-Akademie-Leiter Patrick Wolferstätter auf der Posturomed-Plattform für Golfer.

Eichenrieds Golf-Akademie-Leiter Patrick Wolferstätter auf der Posturomed-Plattform für Golfer.

Der Buchstabe P ist dran, und da fällt mir doch tatsächlich der eher ungewöhnliche Begriff Propriozeption ein. Das Wort habe ich zum ersten Mal gehört, als ich in der Reha auf einer Wackelplattform, der so genannten Posturomed-Plattform von Haider Bioswing (s. Link auch zu den Schreibtischstühlen von Haider), stand. Da geht es darum, wieder das koordinative Zusammenspiel der Muskeln zu lernen bzw. die entsprechenden Muskeln zu aktivieren. Die lagen ja „dank“ der Schonhaltung vor der OP brach, und nach der OP sind sie nachhaltig gestört. Im Medizinerdeutsch wird die „posturale Dysfunktion“ behandelt. Das Wort postural kommt aus dem Englischen – posture heißt Haltung. Das beidbeinige oder später einbeinige Stehen, mit und ohne Festhalten, auf der schwingenden Plattform dient auch der Propriozeption, will heißen der Selbstwahrnehmung.

Im übertragenen Sinn kann ich nur sagen: Die Propriozeption jetzt, viereinhalb Monate nach der zweiten OP, ist wunderbar. Will heißen: Ich nehme meinen Körper wirklich dankbar und glücklich in seinen sämtlichen Funktionen wahr. Ich freue mich täglich, dass ich schmerzfrei die Treppen rauf- und runterlaufen kann, sämtliche Bückbewegungen möglich sind, ich steile Hänge mühelos bewältige (ebenfalls rauf und runter) etc. Zu diesem Glück gehört bei mir als Golferin seit nunmehr fast 24 Jahren auch die Freude über meine erste 18-Loch-Golfrunde in Pescara in der italienischen Region Abruzzen am 29. Februar (! dem geschenkten Tag!). Ich war zwar hinterher ordentlich kaputt, aber eher, weil es noch ein bisschen an der Kondition hapert. Und so viel frische Frühlingsluft inmitten von Olivenbäumen ist der Körper in diesem deutschen Winter ja gar nicht gewöhnt!

Das blüht die Psyche regelrecht auf. Die halte ich sowieso für enorm wichtig. Streicheleinheiten für die Seele beschleunigen den Heilungsprozess ungemein. Dazu natürlich etwas mehr als Streicheleinheiten vom Physiotherapeuten. Er weiß, wo es noch hapert, wo noch Schwachpunkte sind. Man wiegt sich ja relativ bald in Sicherheit. Der Alltag geht wieder problemlos. Aber gezielte Übungen, die man freiwillig nicht machen würde, bringen einen wieder auf den Boden der Tatsachen: Oha, da spielt ein Muskel doch noch nicht so mit… Ist es wieder der Piriformis? Ich lasse da momentan im Golfclub Personal Trainerin Lena an mich ran: Mit ihr mache ich das Elektro-Muskel-Stimulationstraining (EMS) von Miha Bodytec (www.miha-bodytec.com), das so intensiv ist, dass 20 Minuten Training genügen, um einen ordentlichen Muskelkater zu haben. Mal sehen, was das für einen Effekt bringt, wenn auch in Deutschland die Golfsaison wieder losgeht. In Italien sind mir jedenfalls schon etliche Pars gelungen – das ist auch nötig, um wieder mein Handicap 16.5 zu spielen.

Über einen Link von meinem Endoprothesen-Blog-Kollegen Peter Herrchen (danke dafür!, www.endoprothese.wordpress.com) bin ich übrigens auf die Kitesurferin Anne Pieper gestoßen, die einen schweren Surf-Unfall hatte und nun mit einer künstlichen Hüfte wieder Wind und Wellen bezwingt. Sie ist selbst Ärztin und schreibt sehr mitreißend auf www.annepieper.com. Klar fragt man sich da, warum es unbedingt so ein extremer Sport sein muss. Aber sie liebt den nun einmal und hat sich wieder zurückgekämpft. Da ist Golfen ja nachgerade harmlos…

 

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O wie Osteoporose, Osteopathie und OP-Bericht

Die Diagnose meiner beidseitigen Coxarthrose habe ich einer Osteoporose-Untersuchung zu verdanken. Weil eine Freundin plötzlich mit dem Problem konfrontiert war, habe ich mich umgehört, wo man diese Untersuchung vornehmen lassen kann. Fündig wurde ich bei einem Rheumatologen in Erding, der zunächst mal Rheuma bei mir ausschloss und dann eine Knochendichtemessung in seiner Praxis veranlasste. Ergebnis: Wirbelsäule komplett intakt, aber Hüften reichlich angegriffen. Also schickte er mich zum Röntgen der Hüften ins Radiologische Zentrum Erding. Hier stellte Dr. Thomas Merl – danke auch heute noch! – sofort fest, dass es um meine beiden Hüften nicht besonders gut bestellt war (www.dialog-erding.info). Eine anschließende Kernspintomographie bestätigte das Ergebnis: fortgeschrittene Coxarthrose beidseitig. Immerhin beruhigte mich der sportliche Facharzt, dass diese Abnutzung vom Golfspielen oder Springreiten, das ich früher betrieben habe, nicht kommen kann. Also lautet die (vermutete) Ursache: nicht erkannte Hüftdysplasie als Baby.

Inzwischen weiß ich: Wahrscheinlich habe ich die Beschwerden durch meine viele Bewegung und ständigen, nicht übertriebenen Sport noch relativ lange hinausgezögert. Andere hätten da schon viel früher kapituliert. Andere wiederum leben auch mit so einem desolaten Röntgenbild und haben gar keine Schmerzen. Aber wie sagte mein Orthopäde so treffend: „Wir operieren nicht nach Ihrem Röntgenbild, sondern nach Ihrer Befindlichkeit.“

Auch Krücken brauchen manchmal Kaminwärme.

Auch Krücken brauchen manchmal Kaminwärme.

Die völlig schmerzfreie Osteoporose-Untersuchung möchte ich an dieser Stelle dringend allen Frauen ans Herz legen, denn 80 % der Frauen nach der Menopause sind betroffen! Wenn die Osteoporose nicht rechtzeitig erkannt wird, drohen Knochenbrüche wie z. B. Wirbeleinbrüche oder Handgelenksbrüche. Zwei meiner Freundinnen haben das erleiden müssen! Bei mir wurde eine Osteopenie, die Vorstufe zur Osteoporose, festgestellt, die ein Jahr später bei einer zweiten Untersuchung in der Reha in Bad Heilbrunn verschwunden war. Ich hatte in dieser Zeit Calcium eingenommen und mich viel in der Sonne aufgehalten, was offensichtlich meinen Vitamin D-Haushalt sehr verbessert hat. Denn auch das Hormonzentrum München hatte mir schon einen sehr guten Vitamin D-Status attestiert. Beides – Calcium und Vitamin D – sind zusammen mit Magnesium wichtige Bausteine, um dem Knochenschwund entgegenzuwirken.

Eine Lanze brechen möchte ich an dieser Stelle auch für die Osteopathie. Viele meiner Golf spielenden Freundinnen und Freunde haben mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Und meistens hat hier ein Osteopath geholfen. Unverständlich, warum diese in den USA längst anerkannte Methode bei uns noch nicht von den Krankenkassen unterstützt wird. Einen guten Überblick, was Osteopathie ist und bewirken kann gibt www.osteopathie-erding.de. Ich selbst bin lange zu einer sehr gut ausgebildeten Osteopathin gegangen und fand diese sanfte Methode immer sehr entspannend. Die Hände des Osteopathen bringen Bewegung in das „gestaute“ Gewebe und aktivieren die Selbstheilungskräfte des Körpers hin zu einer natürlichen Balance.

Die Hüft-Operation bringt den Körper natürlich gehörig aus der Balance. Somit ist Osteopathie auch nach der OP zu empfehlen, auch wenn ich selbst inzwischen mehr zu Shiatsu tendiere (mehr dazu später, wenn ich beim Buchstaben S angelangt bin). Grundsätzlich sollte man sich übrigens auch den OP-Bericht aushändigen lassen und ihn gründlich (auch mit Hilfe von Wikipedia) lesen, da er so manchen Aufschluss darüber gibt, was der Operateur vielleicht noch zusätzlich gemacht hat. So war meine rechte Hüftpfanne offensichtlich schon so dünnwandig, dass sie mit so genannter Spongiosa aufgefüllt wurde: Knochengewebe aus dem Markraum (Spongiosa) meines Oberschenkels wurde dafür hergenommen. Und da das erst verhärten und einwachsen musste, durfte ich sechs Wochen lang nur 20 kg teilbelasten (inoffiziell bis zu meinem halben Körpergewicht, also immerhin 30 kg). Bei meiner linken Hüfte wurden zwei Muskeln prolongiert (verlängert) und scarifiziert (eingeritzt). Auch dies bedeutete eine sechswöchige Kaum-Belastungsphase. Als ich das wusste, konnte ich beruhigt den anderen Hüft-Patienten zusehen, die schon nach zwei Wochen zur Vollbelastung übergingen. Meine Zeit würde noch kommen…. Und die Zeit hat mir (und meinem Operateur) recht gegeben!

 

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N wie Nordic Walking, Narbe, Narkose – und Nachträge

Nordische Temperaturen erfordern nordisches Training = Nordic Walking ohne Stöcke. Mein momentaner Anlass, selbst bei – 14 Grad morgens über die Felder zu „walken“, vulgo schnell gehen, heißt Arancio und ist unser Gasthund für zwei Wochen. Warm eingepackt in Skihose und Anorak mit Fellkapuze ist so ein Winter-Hunde-Spaziergang eine wahre Freude – ehrlich! Nur Ostwind sollte nicht gerade wehen. Aber wenn`s sonnig ist und der Schnee glitzert, dann hüpfe ich über die Felder und freue mich an der Bewegung an sehr, sehr frischer Luft. Als Neu-Hüft-Tep-Trägerin bin ich immer noch der Meinung, ich müsste meinen gesamten Geh-Apparat stärken. Vielleicht verliert sich das ja mal…. Aber momentan nutze ich dazu jede Gelegenheit. Das heißt: Ich gehe mal ein paar Schritte rückwärts durch den Schnee, mal im großen Ausfallschritt vorwärts oder seitwärts, mal seitlich überkreuz (sieht man immer beim Fußballtraining!), mal rudere ich mit den Armen dazu. Der Hund nimmt`s gelassen, und sonst begegne ich niemandem bei meinem „Special Nordic Walking“. Wäre mir aber auch egal…

Nordic Walking über die Schneefelder mit Gasthund Arancio

Nordic Walking über die Schneefelder mit Gasthund Arancio

Ebenso egal ist mir die Länge meiner Narbe. Das schrieb ich ja schon beim Buchstaben M wie minimalinvasiv. Und ich freue mich, dass mein Hüft-Blog-Mitstreiter Peter Herrchen gleich einen zustimmenden Kommentar hinterlassen hat. Deshalb hier noch einmal der Link-Hinweis: www.endoprothese.wordpress.com. Manche Menschen klagen über Wetterfühligkeit in der Narbe. Das kann ich nicht bestätigen. Auch habe ich bisher nichts gefunden, ob große Kälte wie sie jetzt herrscht, in der Titanhüfte zu spüren ist. Ich merke jedenfalls nichts. Manchmal glaube ich, das ist auch Einstellungssache. Für mich gehören die neuen Hüften einfach zu mir. Basta. Ich habe nicht das Gefühl, da einen Fremdkörper in mir zu tragen. Wie sagte mal jemand so treffend: Du merkst ja auch nicht andauernd, dass Dein Gebiss immer mehr aus Füllungen, Kronen, Brücken und Implantaten besteht.

Ebenso unempfindlich war ich gegen die Narkose bei meinen beiden Hüft-OP`s. Natürlich war es jedes Mal eine Vollnarkose. Mir wurde hinterher noch ganz übel, als mir ein 80-jähriger Mitpatient in meiner ersten Reha erzählte, dass er wg. seiner Herzprobleme nur eine Teilnarkose bekommen und damit jedes Geräusch gehört hat. Er meinte, er hätte das einfach dahingehend ausgeblendet, dass er sich vorgestellt hat, da wird im Nachbarzimmer gebohrt und gemeißelt. Das nenne ich mal eine Super-Autosuggestion. Hut ab! Im Übrigen hat uns der lebensfrohe Herr in der Hüftgruppenstunde erheitert, weil er am Bauch so kitzlig war und immer loskicherte, sobald ihn eine Therapeutin berührte. Sollte er dies hier als „Silver Surfer“ lesen: Ich hoffe, es geht Ihnen gut!

Hier noch zwei Nachträge, die eigentlich beim Buchstaben K dran gewesen wären. Über die PR-Arbeit für meinen Golfclub München Eichenried habe ich ein Buch kennengelernt, das zwar vorwiegend für Männer geschrieben wurde, das ich aber an dieser Stelle doch empfehlen möchte, weil es viele nützliche Körperübungen enthält: „Körperstolz – Die Bedienungsanleitung zum Traumkörper“ von Michael Dapp & Alexander Beck (www.koerperstolz.de). Die beiden stellen ein ganzheitliches Trainingsprogramm inklusive Ernährung vor, das ganz ohne Fitness-Studio und Dogma auskommt. Ermunternd sind die Schilderungen von Kandidaten, die ihren inneren Schweinehund überwunden haben und sich mit Hilfe von Gymnastikmatte und Gummiband wieder in Form gebracht haben. Fotomodel für die Übungen ist übrigens Michael Dapp selbst – und da er wirklich aussieht wie ein Model, ist dieses Buch auch für Frauen anschauenswert…

Natürlich geht es in diesem Buch vor allem um das Umwandeln von Fettgewebe in Muskelgewebe, und das bringt mich zu überflüssigen Kilos bzw. zu unserer neuen Waage: Nein, sie misst nicht die Körperfettwerte, aber es ist eine Digitalwaage, die wirklich unbestechlich ist. Komischerweise zeigt meine alte „Analog-„Waage immer ein Kilo weniger an. Und das auch jetzt noch, wo ich mir doch habe sagen lassen, dass jede Titanhüfte ein Pfund mehr wiegt als der „alte Knochen“, d. h. dass ich jetzt sehr wohl ein Kilo mehr wiegen dürfte. Aber das Tollste an der Waage: Sie zeigt (natürlich über einen Außensensor) das Wetter und die Temperaturen an. Also weiß ich: Jetzt gehe ich gleich bei -14 Grad mit dem Hund spazieren….

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M wie Mega-Kälte, Muskeln, minimalinvasiv, Mondkalender, Mut – und Migräne

Auch in Mittelitalien, in der Region „Le Marche“ (dt: die Marken = Toskana für Arme), ist Schnee gefallen – und wie! Am 4. Februar 2012 steht dort, wo wir Anfang des Jahres an der Adria spazieren gegangen sind (s. Artikel I wi Italien) ein Schneemann und sogar Langläufer tummeln sich am Strand vor hohen Wellen (s. Foto)! In der S-Bahn-Region München liegt dagegen vergleichweise wenig Schnee, dafür herrscht eine zapfige Kälte von bis -15 Grad in der Nacht. Dank unseres Gasthundes Arancio, der zwei Wochen Landurlaub bei uns genießt, während Frauchen bei 20 Plusgraden auf Lanzarote weilt, müssen wir aber auch drei Mal am Tag in die Eiseskälte. Da stapfe ich also allmorgendlich warm eingepackt über die gefrorenen Feldwege und betrachte es als Muskel- und Koordinationstraining für meine Hüften. Denn der unebene Boden zwingt meine Muskeln und Sehnen dazu, sich ständig anzupassen. Gutes Zeichen: Stolpern tut nicht mehr weh. Außerdem kann ich seit drei Tagen auch links einbeinig aus dem Knien aufstehen. Juchhu!

Ein Langläufer im Schnee am Adria-Strand - historischer 4. Februar 2012!

Ein Langläufer im Schnee am Adria-Strand - historischer 4. Februar 2012!

Zur Entspannung und Lockerung der Muskeln gibt es Montag noch ein letztes Mal Manualtherapie (s. Link dazu), dann ist das so genannte D 1-Rezept mit 10 Behandlungen beendet. Ein neues brauche ich nicht, da ich lieber mit dem Miha-Training weitermachen möchte, das ich vor meinen beiden Hüft-OP`s im Frühjahr 2011 angefangen habe. EMS heißt das auch – Elektro-Muskel-Stimulation. In einem schwarzen, eng anliegenden Anzug steckend, bekommt man einen Gürtel mit Elektroden angelegt, und während man unter Anleitung einer Personal Trainerin Übungen macht, gleitet leise Strom durch die verschiedenen Körperpartien, um den Trainingseffekt zu erhöhen. Mehr dazu, sobald ich im Golfclub München Eichenried (s. Link und Fitness-Menüpunkt) wieder meine erste Stunde nach den beiden Hüft-OP`s hatte.

Schön finde ich es, dass inzwischen jemand meinen Blog entdeckt hat, der ebenfalls einen Blog nach zwei Hüft-OP`s schreibt. Peter Herrchen aus Wiesbaden hat viele Gemeinsamkeiten mit mir: selber Jahrgang, Reha in St. Hubertus am Tegernsee, sportlich – und vor allem will er wie ich mit seinem Blog anderen Mut machen, sich zu einer Hüft-OP durchzuringen anstatt länger zu leiden. Deshalb habe ich ihn gern in meine Link-Liste aufgenommen (www.endoprothese.wordpress.com), und seine Verlinkung mit meinem Blog hat mir an einem Tag 82 Zugriffe beschert! Vielen Dank dafür auch an dieser Stelle.

Zum Buchstaben M gehört auch das Stichwort minimalinvasiv, d. h. die OP-Technik, die möglichst schonend an den Hüftkopf herangeht, ohne allzu viele Muskeln und Sehnen in Mitleidenschaft zu ziehen. Diese Technik wenden inzwischen so gut wie alle Operateure an, allerdings mit unterschiedlich langen Schnitten, sprich späteren Narben. Da hört für mich aber die Eitelkeit komplett auf. Mein Operateur ist der Meinung, ein längerer Schnitt erleichtert ihm den Zugang und ist weniger risikoreich, also soll er es so machen. Ich will ja nicht mehr Germanys Next Top Model werden. Da einem lieben Golf-PR-Kollegen bei einer rein minimalinvasiven Hüft-OP irreversibel Nerven verletzt wurden, ist meiner Meinung nach Skepsis angebracht. Auf jeden Fall gilt hier wieder die Aufforderung zur intensiven Recherche, wie viele OP`s der ausgewählte Orthopäde schon in seinem Leben erfolgreich vorgenommen hat. Bezüglich Material-Auswahl gilt der gleiche Rat, vor allem natürlich für Allergiker. Der Fall einer Frau, die erst nach der OP festgestellt hat, dass sie auf das Material Titan allergisch reagiert, hat mir noch im nachhinein Schauer über den Rücken gejagt. Denn natürlich musste sie die Endoprothese rasch austauschen lassen. So eine zweite Hüft OP will ja wirklich niemand!

Bei M fällt mir noch Mondkalender ein: Tatsächlich habe ich mich ein bisschen danach gerichtet, weil ich eine sehr esoterische Freundin habe, die mir das dringend angeraten hat. Es gibt wohl Tage, an denen so ein doch blutiger Eingriff glimpflicher verläuft. Zu meiner Verblüffung hatte die Damen in der Krankenhaus-Anmeldung einen Mondphasen-Kalender hinter ihrem Schreibtisch hängen und bestätigte mir bei der ersten OP den günstigen Termin. Bei der zweiten OP war er wohl nicht mehr ganz so günstig, da ich ja dabei mehr Blut verloren habe.

Vielleicht lag es auch an der ungünstigen Mondphase, dass ich drei Tage nach der zweiten OP eine Woche lang täglich ab mittags eine unsägliche Migräne bekommen habe. Da half nichts außer Formigran. Das ist ein starkes Migräne-Mittel, das es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Wohlweislich sind immer nur zwei Tabletten in einer Packung, die 10 Euro (!) kostet. Das von mir gewünschte Mitbringsel meiner Besucher war also stets Formigran, da die üblichen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, die mir die Krankenschwester geben konnte, wirkungslos blieben (die Oberschwester hat sogar bestätigt, dass beide auch bei ihr nichts helfen). Schließlich habe ich das Östrogen-Gel und das natürliche Progesteron abgesetzt, das ich seit einigen Monaten gegen meine wechseljahrsbedingten Hitzewallungen genommen hatte. Vielleicht war es auch irgendein Stoff im Krankenzimmer oder schlicht das Bedürfnis, endlich wieder in Freiheit sein zu dürfen: Auf jeden Fall hörten die Kopfschmerzen schlagartig auf, als ich am schönen Tegernsee mit der Reha begann. (Noch ein möglicher Grund: Die Anti-Thrombose-Spritzen, die ja das Blut verdünnen, wurden in der Reha in Tabletten umgewandelt. Vielleicht habe ich die besser vertragen.)

Die Hitzewallungen sind leider bald wiedergekommen, aber bei dieser Mega-Kälte sind sie mir ab und zu sogar willkommen!

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L wie Lebensfreude, Loipe, Links – und Liebe

Sonne, blauer Himmel und unendlich viel Schnee! Am Mittwoch, 25. Januar, gab es kein Halten mehr: Ab in die Berge ins von München in einer guten Stunde aus erreichbare Skigebiet von Hopfgarten, das zur Skiwelt Wilder Kaiser Brixental gehört. Prima, dass es für Langschläfer und Spätentschlossene inzwischen auch günstige Skipässe ab 12 Uhr gibt. Denn zwei, drei Stunden sollten bei der ersten Test-Fahrt mit meinen neuen Hüften reichen. Wieso denn gleich Alpin-Skilaufen, werden sicher ängstliche Naturen fragen. Aber das angeblich so viel weniger gefährliche Langlaufen macht mir viel mehr Angst. Ich hatte, auch lange vor meinen Hüftbeschwerden, nie das Gefühl, dass ich diese dünnen Bretter wirklich beherrsche. Mittlerweile schiebe ich das auf meinen Freiheitsdrang: Es liegt mir einfach nicht, mich in einer vorgespurten Loipe zu bewegen, die dann auch noch vereist ist oder unvorhersehbare Kurven und Neigungen aufweist. Ich habe regelmäßig bei den kleinsten Hügeln die Pobremse gezogen – und das möchte ich nun doch mit zwei künstlichen Hüftgelenken vermeiden.

14 Wochen nach der 2. Hüft-OP wieder auf Skiern!

14 Wochen nach der 2. Hüft-OP wieder auf Skiern!

Also lieber Abfahrt. Das habe ich zwar als Berlinerin auch nicht von Kindesbeinen an gelernt, aber immerhin als 17-Jährige – und ein Jahr später gleich mit einem Bayern als Freund, der neben dem Studium als Skilehrer für Kinder gearbeitet hat. Da lernt man schnell, sich im Schnee zu behaupten. Früher bin auch unerschrocken schwarze Pisten runtergefahren, aber das muss ja im fortgeschrittenen Alter und mit „Ersatzteilen“ nun nicht mehr sein. Deshalb ist inzwischen Genuss-Skifahren angesagt. Als Texterin der Wintersport-Seite www.bmw-xdrive-guide.com durfte ich letztes Jahr, noch vor meinen beiden OP`s, die bestens präparierten Pisten in der Schweiz und in Frankreich genießen, inklusive einem erfahrenen Skilehrer, der mir mit meinen Hüftschmerzen das schonende Carven versucht hat, beizubringen. Wenn man es richtig macht und dem Carving-Ski wirklich vertraut, bedeutet das tatsächlich viel weniger Muskel-Anstrengung. Aber das Umlernen ist gar nicht so einfach.

Nun also Österreich an einem Mittwoch: kaum Leute unterwegs, aber trotzdem Pisten, die teilweise wie ungespurt wirkten. Da verwandelte sich eine rote Piste rasch in eine Buckelpiste mit nervigen Schneehaufen. Wir vermuteten fast, dass hier tatsächlich keine Pistenraupe am frühen Morgen gefahren ist. Auf jeden Fall war es nichts mit dem Genuss-Skifahren. Ich war nur froh, dass ich mich so fit und gut trainiert fühlte und eine solche Lebensfreude angesichts der Nicht-Schmerzen verspürte, dass mir das nichts ausmachte. Einen Sturz kopfüber in die Schneemassen gab es sogar auch – just, als ich versucht habe, ganz vorschriftsmäßig zu carven, kamen die Skier übereinander. Nichts passiert. Aber das Aufstehen mit Skiern dran ging einfach nicht. Zu schwache Po-Muskulatur links (14 Wochen nach der OP). Also abschnallen und wieder anschnallen. Und danach: Magnesium-Tablette und Badewanne. Aber der Muskelkater kam einen Tag später doch – in den Waden, in den Oberschenkeln und im Po. Fazit: Erleichterung und Freude, dass das Skifahren wieder geht; Erkenntnis, dass ich noch mehr Muskulatur aufbauen muss bis zum nächsten Skitag.

An dieser Stelle möchte ich all meinen Lesern, die sich mit Zipperlein rumplagen, die nicht unbedingt etwas mit den Hüften zu tun haben, meine Link-Liste rechts neben dem Text ans Herz legen. Viele dieser Methoden wie Alexander-Therapie, Rolfing oder Spiraldynamik (kommen erst später im Alphabet dran) helfen auch bei Rückenbeschwerden, Fersensporn, Tennisellenbogen etc. Und anders als bei einer eindeutigen Cox-Arthrose-Diagnose würde ich hier nie sofort zur OP raten, im Gegenteil. Jeder operative Eingriff sollte wirklich lange und gründlich überlegt werden. Auch eine Hüft-OP ist ja kein Spaziergang. Aber hier ist die Medizin schon so weit, dass man nur dankbar sein kann für diese Entwicklung der Technik.

Dankbar bin ich auch für die Liebe und Zuneigung, die ich im gesamten letzten Jahr mehr als reichlich erfahren habe. So viele liebe und aufbauende Mails, Anrufe und Besuche habe ich wirklich nicht erwartet. Und alle freuen sich mit mir, dass es so gut gelaufen ist und ich in diesem Jahr wieder normal „mitspielen“ kann.

Beim Buchstaben L noch ein Literatur-Tipp zum Schluss, der einfach gute Laune macht: „Meine Suche nach der besten Pasta der Welt“ von meinem Journalisten- und Golf-Kollegen Stefan Maiwald. In der Februar-Ausgabe der „Freundin Donna“ (für die Frau ab 40 ein Muss – und das nicht nur weil meine Freundin Rozsika Farkas dort die Genuss-Reportagen schreibt) wird es als „Reisebuch“ empfohlen. Aber es ist viel mehr – und macht wieder total Lust auf mein Lieblingsland Italien und die kulinarischen Genüsse dort. Aber Stefan: Das nächste Mal fährst Du bitte auch in die Marken. Dort gibt es nämlich die unvergleichlichen Maccheroncini di Campofilone (www.lacampofilone.com). Das erzähle ich dann genauer beim Buchstaben M….

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K wie Keilkissen, Krücken, Kulinarisches – und Kino

Das Keilkissen steht längst im Keller, aber eine zeitlang war es mein treuer Begleiter. Im Krankenhaus sowieso, in der Reha lagen die hinten breiteren Kissen brav auf den Stühlen im Speisesaal, und beim aushäusigen Essen habe ich mein schwarzes Kissen – wetterfest in einer passenden Plastiktasche verpackt – anfangs auch mitgenommen. Für frisch operierte Hüft-Patienten ist es wichtig, den Hüftbeuger nicht über 90 Grad anzuwinkeln – deshalb das Keilkissen, auf dem sich das Sitzen später anfühlt, als ob man vom Stuhl rutschen würde. Leider zahlt die Kasse so ein Kissen nicht. Einer Freundin, die glaubhaft versichert hat, ohne das Kissen nicht Auto fahren zu können, hat man allerdings die Kosten erstattet.

Mein Keilkissen sonnt sich.

Mein Keilkissen sonnt sich.

Alle anderen Hilfsmittel zahlt die Kasse. Ich rate allen, die ins Krankenhaus gehen, sich einiges vorher selbst zu besorgen. Zwar kommt ein Orthopädie-Bedarf auch ins Krankenhaus, und in der Reha gibt es stets auch einen Shop. Aber meine Krücken zum Beispiel habe ich vorher selbst ausgewählt – und das nicht etwa wegen der passenden Farbe. Sondern vielmehr, weil ich auf Anraten meiner Physiotherapeutin ein Modell mit Handballenstütze nehmen sollte. Das nennt sich ergonomische Gehhilfe und ist wirklich für die Hände entlastend. Ein kleines Hand-Hanteltraining und Liegestütze einige Wochen vor der OP können übrigens auch nicht schaden. Man glaubt gar nicht, wie viele Patienten über Schulter-Arm-Handgelenkbeschwerden wg. des Gehens mit Krücken geklagt haben. Und gepolsterte Fahrradhandschuhe sind auch nicht schlecht, sonst gibt`s Blasen an den Handflächen.

Weiteres Hilfmittel: Kloschüssel-Erhöhung. Die hat man im Krankenhaus und in der Reha als Hüft-Patient automatisch. Hinterher für zu Hause kann es aber auch nichts schaden. Aber da man zwischendurch ja auch in Restaurants oder bei Freunden „normal“ auf die Toilette gehen muss, empfiehlt sich eher das Training, mit gestrecktem operierten Bein elegant auf der Kloschüssel zu landen und auch wieder aufzustehen. Ich habe erstmals die Handgriffe in einer Behinderten-Toilette schätzen gelernt! Übrigens lernt man auch Türen schätzen, die leicht aufgehen. Wer jemals mit zwei Krücken in der Hand eine schwere Tür aufgemacht hat, wie sie etwa die Besucher-Toiletten im Münchner Rotkreuzkrankenhaus abschließen, der sehnt sich nach automatisch aufgehenden Sensor-Türen – oder nach einem Mann, der einem die Tür aufhält. Aber welcher Mann geht schon auf die Frauen-Toilette….

Kleiner Themenwechsel – obwohl —- hat ja auch was mit der Verdauung zu tun: Kulinarik. Im Krankenhaus kann man sich das abschminken. Will heißen: Krankenhauskost ist einfach nicht schmackhaft. Kann es gar nicht sein. Stichworte: Großküche, Massenverköstigung. Fairerweise muss man sagen, dass in der Krankenhaus-Atmosphäre mit ihren typischen Gerüchen ein Gourmet-Menü auch nur halb so gut schmecken würde. Aber einen Tipp möchte ich hier weitergeben: Ich habe mich als Vegetarierin bei den Speiseplänen einplanen lassen, obwohl ich das nicht bin. So aber vermeidet man Massenzucht-Fleisch mit undefinierbarer Packerl-Soße. Dafür gibt`s leckere Süßspeisen wie Dampfnudeln oder Apfelstrudel mit Vanillesoße und immer wieder Salat und Obst. Damit kommt man die 10, 11 Tage gut über die Runden. Viel Appetit hatte ich mangels Bewegung sowieso nicht. Bei fortgeschrittener Genesung hilft zwischendurch ein Stück Kuchen in der Cafeteria – mit nettem Besuch natürlich. An dieser Stelle ein Lese-Tipp: www.arm-aber-bio.de und die dazugehörigen Bücher meiner Freundin Rosa Wolf. Danach möchte man nur noch lecker und gesund essen.

Und weil wir gerade wieder im gesunden Leben sind, zum Schluss zwei Kino-Tipps: „The Artist“ und „Ziemlich beste Freunde“. „The Artist“ ist ein Stummfilm, den wir gleich nach Neujahr in Italien gesehen haben (praktisch: wenige englische Zwischentitel und italienische Untertitel!). Star ist neben Jean Dujardin (! ja, wirklich!) der kleine Terrier Uggie, der als Skateboardfahrer (! ja, wirklich!) inzwischen auch Youtube-Karriere macht. Der Film ist komisch und zu Herzen gehend zugleich. Das Gleiche gilt für den französischen Publikumsrenner „Ziemlich beste Freunde“, der nun auch bei uns für volle Kinos und ein sich schlapp lachendes Publikum sorgt. Ein ungleiches Paar – ein reicher Querschnittsgelähmter und ein schwarzer Prolo-Sunnyboy – auf dem Weg zu einer sich gegenseitig befruchtenden Freundschaft. Nach einer wahren Begebenheit – deshalb unbedingt den Nachspann anschauen. Und die Musik auskosten!

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J wie Jubel, Jungbrunnen und Jogging

J wie Juchhu! Ja, ich habe meine erste Golfrunde absolviert. Und ich kann nur jubeln: Es fühlt sich supergut an!!! So runderneuert und im wahrsten Sinne des Wortes beschwingt bin ich noch nie über einen Golfplatz gegangen. Und das bei dem Cross-Country-Platz I Lauri in den italienischen Marken. Diesen 9-Loch-Platz findet man zu Recht in keinem Albrecht-Golfführer. Zu schräg, zu abenteuerlich sind die Bahnen in die marchegianische Landschaft gezwängt. Aber zum Üben ist`s genial. Bei 12 Plusgraden und wenigen Menschen hatte ich das Gefühl, zehn Jahre jünger zu sein!

Driving Range und dann 9 Löcher - nach 12,5 Wochen endlich wieder Golf!

Driving Range und dann 9 Löcher - nach 12,5 Wochen endlich wieder Golf!

Ich hätte nie geglaubt, dass zwei Hüft-OP`s wie ein Jungbrunnen wirken. Aber es ist so. All die Beschwerlichkeiten aus der Zeit davor – ca. 5 Jahre – sind wie weggeblasen. Wie ein junges Reh bin ich die Hänge hochgekraxelt, habe ohne zu ächzen die Bälle aus dem Loch geholt und geschlagen wie zu meinen besten Zeiten. Das Beste aber kam danach: Ich hatte überhaupt keinen Muskelkater! Klar, ich tue ja auch gerade viel für meinen Muskelaufbau, trainiere täglich und fühle mich wirklich fitter als je zuvor. Aber nach den zwei Stunden Golf inklusive Driving Range vorher hätte ich schon erwartet, dass sich ein Muskel meldet.

Nun gebe ich wieder ein bisschen Ruhe, denn schließlich lädt die Natur in Bayern gerade nicht zum Golfspielen ein. Muss auch nicht sein. Morgen sind 13 Wochen seit der OP vergangen und ich kann den Start der Golf-Saison locker abwarten. Bis dahin kümmere ich mich weiter um meinen Körper. Denn heute bei meiner Physiotherapeutin ist mir wieder sehr deutlich bewusst geworden, wie wichtig es ist, sich um „ihn“, den Körper, zu kümmern. Als ich wohlig gebettet auf meiner Fangopackung lag, wurde nebenan eine offensichtlich ältere Patientin mit Rückenschmerzen behandelt. Sie hat ein paar wahre Sätze gesagt: Mei, die ganzen Jahre habe ich mich um „ihn“ gar nicht gekümmert. Er hat halt funktioniert. Aber nun habe ich nichts anderes zu tun, als mich um die verschiedensten Partien meines Körpers zu bemühen. Wenn die eine Stelle Ruhe gibt, zwickts an der anderen…

Zum Buchstaben I hat mein lieber Mann noch gesagt, dass ich das Thema Information über das Internet ansprechen sollte. Das Internet ist tatsächlich eine Fundgrube, wenn es um Hintergrund-Informationen rund um eine bevorstehende Hüft-OP geht. Es gibt Klinikbewertungen, Arzt-Bewertungen, Ablauf-Beschreibungen – alles online. Nach der Lektüre weiß man mehr – ist aber evtl. auch noch verwirrter. Deshalb mein Rat: Vertrauen Sie nach dieser wichtigen Info-Phase Ihrer inneren Stimme, Ihrem inneren Ich. Wenn Sie nicht ganz den Kontakt zu Ihrem Körper verloren haben – und den hat ein Schmerzgeplagter nach meiner Erfahrung zwangsweise -, dann sagt er Ihnen schon, was zu tun ist. Ignorieren Sie die Signale nicht, bringen Sie Ihren Körper nicht mit Tabletten zum Schweigen.

Und zum Abschluss noch ein Wort zum Thema Jogging: Ich bin früher viel gelaufen. Zu meiner Jugendzeit kamen gerade die Trimm Dich-Pfade in Mode. Waldlauf mit Übungen zwischendurch, jeden Sonntag mit meinem ersten Freund und dessen Familie in Berlin-Tegel. In München lag meine erste Wohnung direkt gegenüber von einem Sportplatz, den ich fast täglich umrundet habe. Die zweite lag am Olympiapark, den ich mehrmals pro Woche durchquert habe. Irgendwann melden sich halt die Gelenke. Da können die Schuhe inzwischen noch so gut geworden sein. Ich sehe es jedenfalls an meinen gleichaltrigen Freundinnen, die weiterhin joggen und mit Knieproblemen zu kämpfen haben. Also, langer Rede kurzer Sinn: Ich bin keine Jogging-Anhängerin mehr. Ich würde auch nicht mehr in den Squash-Court gehen. Alles hat seine Zeit. Heute gehe ich lieber walken – mit und ohne Stöcke, ohne und (am liebsten) mit Golfschläger!

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I wie Italien, Infusion und Indianer kennen keinen Schmerz

Positive Nachrichten gleich zu Beginn des Jahres 2012: Knapp 12 Wochen nach meiner zweiten Hüft-OP kann ich wieder alles machen! Hier in den schönen italienischen Marken, wo wir Silvester mit Freunden gefeiert haben, mache ich ausgedehnte Strandspaziergänge an der Adria und spüre keinerlei Ermüdung. Im Gegenteil. Ich nutze die tägliche Stunde – bei angenehmen 12 Grad im Schnitt – und gehe rückwärts am Strand, seitwärts, im Hopse-Schritt, sogar im leichten Jogging-Tempo. Dazu animieren die italienischen Strandjogger, denen zusammen mit den Hundebesitzern der Strand in dieser Jahreszeit gehört.

Spuren im Sand - mit zwei Titanhüften am Adria-Strand

Spuren im Sand - mit zwei Titanhüften am Adria-Strand

Jeden Morgen mache ich meine Kräftigungsgymnastik und merke immer weniger Aufgemucke meiner Muskeln. Selbst der Anlauf-Seemannsgang nach Wechsel der „Betriebsart“, also vom längeren Sitzen zum Gehen, wird immer weniger sicht- und spürbar. Es ist ein tolles Gefühl, sich wieder problemlos bücken zu können – auch wenn man von den lieben Freunden und Hausbesitzern dann zum Unkrautjäten animiert wird. Auch das Besteigen der sanften Hügel in den Marken sowie vor allem das Wiederhinabsteigen gehen völlig schmerz- und problemlos.

Die gute Laune beginnt schon am Morgen, wenn ich ohne Schmerzen aus dem Bett steige. Und natürlich hört man auch hier in Italien von Menschen mit künstlichen Hüften. So hat der Nonno, der Großvater einer befreundeten Familie, vor rund 30 Jahren nach einem Unfall eine künstliche Hüfte bekommen – und erfreut sich heute noch bester Beweglichkeit, etwa beim Bestellen seines Gemüsegartens.  30 Jahre – das wären auch für mich prima Aussichten, die von meinem Operateur durchaus bestätigt werden.

Zum Buchstaben I gibt es außer Italien noch das Thema Infusion. Jedem, der sich zu einer Hüft-OP entschließt, wird empfohlen, eine Eigenblutspende ca. vier Wochen vorher abzugeben. Ich habe das, ehrlich gesagt, nicht richtig ernst genommen. Bei der ersten OP ist ja auch alles glatt gegangen. Erst als mein Hämoglobin-Wert nach der zweiten Hüft-OP so dramatisch absank, habe ich mich geärgert, dass ich das nicht gemacht habe. Glücklicherweise hat sich mein ansonsten gesunder Körper mit Hilfe einer Eisen-Infusion wieder stabilisiert. Aber die Aussicht, Fremdblut zu erhalten, hat mir nicht besonders behagt. Ansonsten bekommt man unmittelbar nach der OP noch Infusionen mit Schmerzmitteln bevor man die in Tablettenform zu sich nimmt. Kleiner Tipp: Die Kanüle für die Infusionen wird meist auf dem Handrücken gelegt. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern war in meinem Fall auch hinderlich beim ersten Gehen mit den Krücken, das deshalb ganz ausfiel. Am besten man spricht vorher mit dem Arzt oder den Schwestern, dass die Kanüle woanders gelegt wird.

Indianer kennen keinen Schmerz – das hat man uns als Kindern oft gesagt. Mag sein. Aber wer je diese gemeinen stechenden Schmerzen in der Leistengegend gehabt hat, beißt irgendwann nicht mehr die Zähne zusammen wie ein tapferer Indianer. Vielmehr heult er entsetzt auf bei jedem „Messerstich“. Ja, so fühlt sich das an bzw. hat sich das angefühlt. Und irgendwann horcht man nur noch in sich hinein und achtet übervorsichtig auf möglichst den Schmerz vermeidende Bewegungen. Leider finden sich da nicht viele…. Ich bin so froh, dass diese Lebensphase vorbei ist und spüre unendlich viele Energien zurückkehren, die vorher offensichtlich in meinen kaputten Hüften begraben lagen. In diesem Sinne: Mut zur Veränderung! Das ist meine ganz persönliche Neujahrsbotschaft.

Und zum Abschluss dieses Artikels noch ein paar schöne Sehnsuchtszeilen:

Im Süden. Das weiße Meer liegt eingeschlafen,/und purpurn steht ein Segel drauf./Fels, Feigenbäume, Turm und Hafen,/Idylle rings, Geblök von Schafen -/Unschuld des Südens, nimm mich auf.“ (Friedrich Nietzsche)

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H wie Hüft-OP´s überstanden und Happy New Year

Das neue Jahr 2012 steht bevor, und natürlich schaue ich glücklich auf meine gut überstandenen beiden Hüft-OP`s in diesem Jahr zurück. Nun kann es nur noch aufwärts gehen. 2012 wünsche ich mir wieder ein gesundes und sportliches Jahr. Los geht es im Januar und Februar mit der Steigerung meines Fitness-Programms. Zehn Wochen nach Einsetzen der linken TEP merke ich nur noch Defizite im Einbeinstand bzw. bei Übungen, bei denen ich versuche, meinem linken Bein mehr Gewicht   „aufzudrücken“. Schon der für mich inzwischen simple Einbeinstand, etwa die Yoga-Übung Baum, scheint einigen Menschen in meinem Umfeld durchaus  schwer zu fallen. „Da wackle ich wie ein Lämmerschwanz.“, meinte meine Freundin.

Wenn ich kniee, kann ich nur mit dem rechten Bein aufstehen; für diese Anstrengung ist die linke Seite deutlich noch zu schwach. Sobald mir das mit dem linken gelingt, werde ich in Jubelschreie ausbrechen. Allerdings hat mir mein Personal Trainer bei einem Test vor meinen Hüft-OP`s gesagt, dass selbst gesunden Menschen in meinem Alter das nicht unbedingt gelingt. Na dann…. Man darf sich halt nicht an den superfitten Jüngeren messen!

Zügiges Gehen klappt schon prima. Kurz vor Weihnachten habe ich mit meinem Rolfer Markus Roßmann noch eine Stunde „Nature Walk“ bei Schneegestöber im Erdinger Stadtpark gemacht. Er war sehr zufrieden – und ich auch. Wichtig ist ein weiter Blick geradeaus und bei mir das Mitschwingen der rechten Schulter. Die blockieren Frauen übrigens viel zu oft wegen der Umhängetasche! Und damit wird auch das „lockere Spiel“ der Bandscheiben blockiert. Markus Roßmann ist ja ein großer Verfechter des Faszien-Trainings, das übrigens mehr mit Schwung als mit Kraft funktioniert. Verblüffend ist zum Beispiel seine Aussage, dass man mit normaler Muskelkraft nur 50 kg heben kann. Gewichtheber schaffen aber bis zu 350 kg. Wie geht das? Indem man die Faszien trainiert. Auf seiner Homepage www.rossmann-rolfing.de gibt es viele nützliche Links dazu. Sein Tipp: täglich 10 Minuten ohne Gepäck, also Arme normal schwingend, zügig um den Block gehen. Stehenbleiben, weil der Hund Pipi macht oder weil man was im Schaufenster sieht, gilt nicht!

Aufgabe 2012: ohne Krücken und ohne Hund täglich 10 Minuten zügig gehen!

Aufgabe 2012: ohne Krücken und ohne Hund täglich 10 Minuten zügig gehen!

Anfang März will ich dann wieder Skifahren. Einer meiner Mit-Patienten aus der ersten Reha, Bergfex Hubert, war schon wedeln mit seiner neuen Hüfte und hat mir gemailt, dass er viel lockerer schwingt. Ich versuche es einfach ganz entspannt. Wenn ich mich muskulär nicht stabil genug fühle, verschiebe ich den Skigenuss aufs nächste Jahr. Denn definitiv wichtiger ist mir das Golfen, das ich ab Mitte, Ende März wieder regelmäßig machen will. Vorher gibt`s im neuen Fitnesscenter von Matthias Blankenburg auf der neuen öffentlichen Golfanlage Open 9.Eichenried (www.open9.de) noch golfspezifisches Training. In meinem Golfclub München Eichenried habe ich bei ihm vor meinen Hüft-OPs so genanntes Elektro Muskel-Stimulationstraining, EMS, angefangen. Im Februar bezieht er neue, größere Räume nebenan, und da die beiden Golfanlagen kooperieren, werde ich vor jeder Golfrunde dort meine Muskeln aufwärmen und trainieren. Mein Mann hat jetzt schon Angst, dass der Abstand zwischen uns noch größer wird! Er überlegt gerade, ob er 2012 in Eichenried (nach dem Vorbild eines anderen Golfclubs) den Verein „Gatten im Schatten“ gründet. Mitglieder sind nur Männer, deren Frauen ein besseres Handicap haben… Für Anmeldungen: Sein Blog heißt „The Difference“ – findet man mit Kontaktdaten unter meinen Links.

Beim Buchstaben H habe ich noch zwei Stichworte aufgeschrieben: Hämatome und Heilpraktiker. Also Hämatome müssen nicht sein, können aber nach einer Hüft-OP auftreten. Ich neige eigentlich sehr zu blauen Flecken. Aber meine beschränkten sich im Krankenhaus auf die Einstichstellen beim Blutabnehmen bzw. beim Setzen der Kanüle für Infusionen. Mitpatientinnen dagegen hatten ganz blaue Oberschenkel. Ich glaube, das hängt mit dem Geschick des Operateurs zusammen. Vielleicht auch mit der Qualität des Bindegewebes. Aber in jedem Fall vergeht das glücklicherweise wieder.

Heilpraktiker sind wichtige Begleiter bei einer Hüft-OP. Meine Heilpraktikerin Angelika Stempel in Erding, die auch Shiatsu-Therapeutin ist, hat stets hilfreiche Globuli parat. Arnika zum Beispiel ist rund um so einen Eingriff immer gut. Welche Potenz, das entscheidet die Fachfrau. Mein Heilpraktiker Holger Möller in München, der u. a. Irisdiagnostik macht und goldene Hände bei Rücken- oder Gelenkproblemen hat, war übrigens der erste, der mir gesagt hat, dass  ich den Tatsachen ins Auge schauen sollte: Manchmal helfe eben nur die Operation, und die sei, mit der richtigen Einstellung, heutzutage gar kein Problem mehr. Wie Recht er hatte!

In diesem Sinne wünsche ich allen, die diesen Blog lesen und – ja bitte! – weiterempfehlen ein „Happy New Year 2012“ – ein glückliches und vor allem gesundes Jahr 2012!

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F wie Faszien sowie G wie Gangbild und Geh-Gefühl

Acht Wochen sind seit meiner zweiten OP vergangen. Seit zwei Wochen gehe ich ohne Gehhilfen, aber immer noch gefällt mir mein Gangbild nicht. Mein linkes, neu operiertes Bein fühlt sich immer noch schwerer an. Das runde Gehen finde ich anstrengend. Von außen merkt man nichts – allerdings nur, wenn ich „eingelaufen“ bin. Das heißt, wenn sich mein Körper nach ca. 20 Schritten irgendwie damit abgefunden hat, dass er jetzt bitteschön ordentlich zu laufen hat. Dann geht es auf einmal. Aber vorher gibt es das „Anlauf-Humpeln“, das schwerfällige Gehen mit aufmuckender Rückmeldung des linken Pomuskels, Piriformis genannt.

Die deutlichste Entlastung dieses beschwerlichen Geh-Gefühls hat mir bislang mein Rolfer Markus Roßmann (www.rossmann-rolfing.de) verschafft. Hiermit ziehe ich also den Buchstaben R vor, vor allem weil es um Faszien, also den Buchstaben F geht. Rolfing, das wegen seiner Erfinderin Dr. Ida Rolf so heißt, dringt nämlich in die tieferen Regionen unseres Bewegungsapparats vor. In die so genannten Faszien, die unseren ganzen Körper vernetzen (www.fasciafitness.de). Sie umgeben jeden Muskel, jedes Organ, jede Bandstruktur. Bei der Behandlung schaut sich der geschulte Rolfer den bis auf die Unterhose nackten Körper im Stehen von vorn, von hinten und seitlich an und behandelt dann einzelne Partien im Liegen. Dazu geht er mit seinen Fingern relativ tief in das Gewebe. Das kann unter Umständen schmerzhafter als eine intensive Massage sein, hat aber einen erstaunlichen Entspannungs-Effekt.

Rolfing hat mir schon einmal bei einem anderen Problem geholfen: Nach dem Tragen von zu engen neuen Golfschuhen bei einem sechstündigen (!) Turnier habe ich vor einigen Jahren, als ich noch keine Hüftprobleme hatte, ein Fersensporn-Syndrom entwickelt. Das war total schmerzhaft beim Gehen, ich konnte den Golfplatz nur mit Cart bewältigen und niemand hat mir wirklich helfen können. Die Ratschläge gingen bis zur Operation! Bis mir ein liebes Eichenrieder Golf-Mitglied – danke Wolf Reinhardt! – von seinen erfolgreichen Rolfing-Behandlungen berichtet hat. Flugs habe ich das gegoogelt und in Erding Markus Roßmann gefunden, der auch in München-Schwabing in der Praxis von Dr. Schleip praktiziert. Zehn Sitzungen habe ich bei ihm absolviert. Wie beim Tennis-Ellenbogen liegt das Geheimnis darin, die Spannung aus dem betroffenen Bereich herauszunehmen und damit Signale an die peripheren Muskeln zu geben, dass sie wieder die Arbeit übernehmen sollen.

Nach der ersten Hüft-OP Golfrunde leider nur im Cart

Nach der ersten Hüft-OP Golfrunde leider nur im Cart

Die peripheren Muskeln beim Tennis-Ellenbogen sind die im Handgelenk und in der Schulter. Da hieß die Zauberübung einfach Liegestütze! Da ich das rechts hatte, habe ich (schon vor fast zwei Jahrzehnten!) gelernt, die Computer-Maus links zu bedienen und habe mir außerdem ein Automatik-Auto gekauft, um nicht dauernd den Schaltknüppfel bedienen zu müssen. Eine der weisesten Entscheidungen meines Lebens! Man fährt so viel entspannter mit Automatik. Weiterer Vorteil: Nach meiner linken Hüft-OP konnte ich sofort wieder Auto fahren, weil ich das linke Bein ja überhaupt nicht brauche!

Beim Fersensporn-Syndrom war die externe Rolfing-Hilfe absolut notwendig. Das hätte ich nicht allein hinbekommen. Nach den zehn Sitzungen war ich absolut schmerzfrei und habe auch nie wieder Probleme mit meinen Fersen gehabt. Seitdem achte ich aber bei meiner täglichen Gymnastik gezielt auf meine Füße, lockere die Sprunggelenke, stehe auf Zehenspitzen etc.

Meine Gymnastik nimmt zur Zeit jeden Morgen eine halbe Stunde ein. Dazu Ergometer oder Mini-Trampolin oder eine Behandlung von meinen „Heilern“. Gerade war ich drei Tage lange Modell-Patientin bei jungen Manual-Therapeuten (nach dem Maitland-Konzept), die unter den Dozenten-Augen meiner Manual-Therapeutin Birgit Ferber-Busse ihre Fortbildung zum International Degree gemacht haben (www.dvmt.org = Deutscher Verband für Manuelle Therapie).  Morgen lasse ich mir eine entspannende Shiatsu-Behandlung geben, und Dienstag gehe ich zum „Nature Walk“ mit Markus Roßmann. Dazu im nächsten Blog-Beitrag mehr. Bis dahin gibt`s den schönen Satz von Dr. Ida Rolf: „Der Körper ist im Konflikt mit der Schwerkraft.“ Und er freut sich, wenn ihm bei dieser „Konfliktbewältigung“ geholfen wird.

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