Body Mass-Index, Knochendichtemessung – und SkiReha am Tegernsee

Kennen Sie Ihren Body Mass-Index, kurz BMI genannt? Ich kannte ihn bisher nicht. Mein lieber Mitautor Peter Herrchen, seines Zeichens pfiffiger IT-ler, hat das natürlich gleich online ausrechnen können. Also: Ich habe 21 – und bin damit nicht in der Osteoporose-Risikogruppe. Tatsächlich sind nämlich Frauen in den Wechseljahren (das bin ich), die einen BMI von 16/17 haben, am meisten gefährdet. Das habe ich heute bei der Knochendichtemessung erfahren. Das sind somit ganz zierliche, schmale Frauen.

Heidi Rauch und Peter Herrchen am Tegernsee beim abschließenden Autoren-Treffen zu "Mut zum neuen Knie!".

Heidi Rauch und Peter Herrchen am Tegernsee beim abschließenden Autoren-Treffen zu „Mut zum neuen Knie!“.

Aufmerksame Leser meines Blogs bzw. unseres Buchs „Mut zur neuen Hüfte!“ werden wissen, dass ich die Diagnose meiner beiden kaputten Hüften just meiner ersten Knochendichtemessung am 21. Juni 2010 zu verdanken habe. Die Hüftknochen mussten nun, dreieinhalb Jahre später, ja nicht mehr vermessen werden. Die sind ja durch Titan ersetzt. Aber die Lendenwirbelsäule wurde gecheckt. Und siehe da: -0,4 damals und -0,4 heute. Also: keine Gefährdung. Die beginnt erst bei -1,0 bis -2,5.

Die nächste Messung sollte dann erst wieder in fünf Jahren erfolgen. Die meisten Frauen versäumen leider die rechtzeitige Untersuchung, wie ich bei zwei meiner Bridge-Partnerinnen, beide sehr kleine und zarte Frauen, mitbekommen habe. Wirbelsäulenbrüche und Handgelenksfrakturen waren die Folge! Fälle von Osteoporose in der Familie sind übrigens auch Warnhinweise.

Und wieder einmal bin ich bei meiner Lieblingsthese: Bewegung schützt vor vielem, auch vor Knochenschwund. Tatsächlich regen die Kräfte, die bei körperlicher Aktivität auf die Knochen wirken, die knochenaufbauenden Zellen an, neue Knochensubstanz zu bilden – weiß auch Wikipedia. Zur Zeit heißt mein Bewegungsprogramm: drei bis vier Mal pro Woche ca. 20 Minuten Ergometer-Training – und dabei so interessante Morgen-TV-Dokumentationen wie über Sibirien oder Berlins Havellandschaft schauen (auf Phoenix!); wenn es die Witterung erlaubt, 9 Löcher Golf mit Tragebag auf Wintergrüns spielen; wenn es die Straßenverhältnisse erlauben, mit dem Fahrrad ins Büro fahren – und feststellen, dass über den nicht vorhandenen Winter die Gangschaltung wohl „eingerostet“ ist.

Ende des Monats geht es auch wieder für drei Tage auf die Skipisten. Apropos: Ich möchte alle Interessenten an dieser Stelle auf ein tolles SkiReha-Angebot am Tegernsee aufmerksam machen. Vom 15. bis 21. März gibt es hier ein einmaliges Angebot, für alle Hüft- oder Knie-TEP-Träger, die sich noch nicht ganz sicher auf den Pisten und in den Loipen fühlen.  Ein Expertenteam aus Ärzten, Physiotherapeuten und speziell geschulten Skilehrern betreut die kleine Gruppe, die im leichten Skigebiet Spitzingsee fährt bzw. im Langlaufzentrum Kreuth, unweit des Tegernsees.

Ideengeber ist der leitende Verbandsarzt Ski Alpin des DSV (Deutscher Skiverband), Dr. med. Hubert Hörterer, der die Patienten einem ersten Check-up unterzieht. Zum Programm gehört eine theoretische Schulung zum Thema Schonskilauf ebenso wie Fitnesstraining in der Vitalwelt Schliersee.  Das 7-Tages-Paket „Zurück zum Sport – SkiReha“ kostet ab 799 Euro pro Person zuzüglich Übernachtung und Verpflegung. Es kann ab sofort gebucht werden über den Tourismusverband Alpenregion Tegernsee Schliersee e.V., Tel. 08022/9273890 oder unter www.tegernsee-schliersee.de.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf unser neues Buch: „Mut zum neuen Knie!“ wird aller Voraussicht nach am 3. Februar gedruckt vorliegen – und kann schon über unseren Online-Shop vorbestellt werden. Die letzten Kapitel werden gerade fertig: über Rolfing und gelenkfreundliche Ernährung! Mehr zu diesem Thema gibt es demnächst auch an dieser Stelle.

 

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Hüft-Härtetest in New York, Hüft-Phänomen in Tirol – und Happy New Year 2014!

Bis kurz vor seinem runden Geburtstag war mein lieber Mann noch niemals in New York – seit Anfang Dezember kann er das nicht mehr sagen! Wir haben nämlich Manhattan von Uptown bis Downtown eine gute Woche lang durchstreift, vorwiegend zu Fuß. Ich habe mich zurückversetzt gefühlt in die Zeit, als ich mit 24 Jahren den Big Apple schon einmal erlaufen habe. Damals noch weit entfernt von Hüftschmerzen – und nun runderneuert ebenso fit und unermüdlich. Der Härtest waren täglich die Stufen zu unserem über www.airbnb.com gemieteten Appartement in der Upper East Side: Eine deutsche Norm für die Höhe der Stufen scheint es nicht zu geben. Gefühlt waren sie um ein Drittel höher als unsere. Jedenfalls kamen wir ganz schön ins Schnaufen und haben das schließlich als ganz besonderes Fitness-Training betrachtet!

Die Schnecke im Central Park mahnt als temporäres Kunstwerk, auch mal langsam zu gehen...

Die Schnecke im Central Park mahnt als temporäres Kunstwerk, auch mal langsam zu gehen…

 

Insgesamt sechs Museen haben wir besucht und immer wieder den riesigen Central Park durchstreift. Auch das haben Hüften und Rücken prima mitgemacht. Und zugenommen haben wir dank dieses besonderen City-Walkings auch nicht – trotz üppigem Pastrami-Sandwich bei Katz` Deli, wo 1989 Meg Ryan ihrem Partner Billy Crystal die legendäre Orgasmus-Szene in „Harry und Sally“ vorgespielt hat, trotz herrlicher Cupcakes und New York Cheesecakes.

Kaum zurück haben wir die Wintersaison auf Skiern eingeläutet. Von München aus ist man ja in einer guten Stunde in den Bergen und kann bei gutem Wetter als Freiberufler mal rasch einen Skitag einschieben. Meine ersten drei Stunden auf Skiern habe ich verbunden mit dem letzten Interview für unser neues Buch „Mut zum neuen Knie!“, das Ende Januar erscheinen soll und übrigens jetzt schon vorbestellt werden kann, auch über Amazon! Der knapp 85-jährige Chef der Steinplatte Bergbahnen in Waidring, Tirol, kam zum Interview mit Krücken, denn genau eine Woche vorher (!) hat er seine zweite Hüft-TEP im Bezirkskrankenhaus St. Johann bekommen. Sein Operateur Dr. Robert Siorpaes war allerdings nicht so begeistert, dass er am 5. Tag nach der OP unbedingt schon nach Hause wollte, am 6. Tag in einer Pistenraupe saß und allein auf die 1.666 Meter hohe Steinplatte gefahren ist, um „nach dem Rechten“ zu schauen. 

Andrä Brandtner, fast 85-jähriger Chef der Bergbahnen Steinplatte in Waidring, Tirol, eine Woche nach seiner zweiten Hüft-OP schon wieder flott auf Krücken unterwegs.

Andrä Brandtner, fast 85-jähriger Chef der Bergbahnen Steinplatte in Waidring, Tirol, eine Woche nach seiner zweiten Hüft-OP schon wieder flott auf Krücken unterwegs.

Auch saß er natürlich selbst am Steuer seines Autos, als er zum Interview kam, und wollte sich partout nicht helfen lassen. „Im Krankenhaus ist`s mir ja viel zu langweilig.“, erzählte der ruhelose Seniorchef. „Schade, dass ich noch nicht wieder schwimmen kann, weil ja erst die Klammern rausmüssen.“ Denn täglich knapp eine Stunde Schwimmen, u. a. mit Flossen, ist sein besonderes Fitness-Training – gut für die Knie, die Hüften und überhaupt. Zudem fährt er regelmäßig auf dem Ergometer und will natürlich auch mit der zweiten Hüft-TEP so schnell wie möglich wieder zum Skifahren gehen. „Januar wird`s wohl schon werden, bis das wieder geht.“, meinte er. Schaun mer mal… Sechs Wochen nach der ersten Hüft-TEP hat er jedenfalls wieder Golf gespielt. Und damals war er auch schon 80 Jahre alt!

Dass es nicht immer ganz so gut läuft, erfahre ich über die verschiedenen Patienten-e-mails, die sich einerseits sehr für unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ bedanken, andererseits auch gern schildern, wie es ihnen geht. Die häufigste Komplikation sind länger dauernde Beinverkürzungen. Da empfehle ich regelmäßig Rolfing, damit das tiefer liegende Bindegewebe gelockert wird, und Faszientraining, um auch die tiefer liegende Muskulatur zu aktivieren. Danach Gangschulung und Alexander Technik, um den Körper aus den gewohnten Mustern zu befreien und wieder in die Balance zu bringen. Danke auf diesem Weg für das große positive Feedback für unser Buch!

Ansonsten tanzen unsere Buchleser wieder, genießen Wanderurlaube, gehen Ski fahren, Golf spielen – alles wie vorher. Und der häufigste Tenor danach lautet: Hätte ich die OP nur viel früher gemacht. Dann hätte ich mir viel Leiden erspart und hätte früher meine alte Beweglichkeit und damit Lebensqualität gehabt.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieses Blogs und unserer Bücher ein tolles Jahr 2014 mit voller Lebensqualität, viel Freude an der Bewegung und Zuversicht, wenn eine OP noch anstehen sollte.

Herzlich Ihre Doppel-Titanhüften-Heidi Rauch

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Olivenernte als Hüft-Training – und Nachkontrolle nach zwei Jahren

Wir haben gerade den gesamten Oktober in unserem Zweitdomizil in den italienischen Marken verbracht und waren insgesamt fast zehn Tage mit dem Ernten der Oliven beschäftigt. Wer die Marken nicht kennt: Es ist ein wunderschönes Fleckchen Erde in Mittelitalien – der Adriastrand zur einen Seite, die Berge der Abruzzen zur anderen. Dazwischen liegen viele Hügel, die alle sehr kleinteilig bewirtschaftet werden. Vier Hektar ist die normale Größe eines Grundstücks, den eine Bauersfamilie bestellt – immer ist so ein Stück Land hügelig. Auch die immergrünen Olivenhaine liegen in mehr oder minder steilen Hängen. Vor meinen Hüft-OPs 2011 war nicht daran zu denken, dass ich da wirklich entscheidend mithelfe. Ich war eher für die „niederen“ Arbeiten zuständig. Das heißt, das Abharken der Oliven mit Handkämmen dort, wo man einigermaßen gerade stehen kann. Oder die „Qualitätskontrolle“ auf flachem Boden, d. h. das Aussortieren der Äste und Blätter, die mit in den Plastikkörben landen. Wer mehr über unsere Oliven und unser inzwischen importiertes superfrisches Olivenöl erfahren will, den verweise ich auf unsere Homepage www.oliopiceno.de.

Nur so viel an dieser Stelle: Erstmals in diesem Jahr haben wir nicht nur unsere 30 Bäume geerntet, die im noch relativ zahm geneigten Gelände stehen, sondern auch die 70 Bäume unserer Bauersfamilie, die dereinst ihr Grundstück geteilt und uns ihr altes Haus im Hang verkauft hat. Diese 70 Bäume stehen mehrheitlich in sehr, sehr, sehr steilem Gelände, gefühlte 90 Grad! Man steht da – natürlich mit festem Schuhwerk – auf relativ rutschigen Netzen und schaut nach oben, um die mehr oder weniger zahlreich an den Ästen hängenden Oliven herunterzukämmen. An einem Tag habe ich das zusammen mit Giacomo, 51, und Nonna Rita, 75, allein gemacht. Das heißt, wir haben auch die prall mit Oliven gefüllten, 20 Kilo schweren Körbe den Hang hinauf zum dort stehenden Fahrzeug geschleppt. Die Männer schaffen das allein, wir Frauen tun uns zusammen: Die kleine Rita oben, die große Heidi unten. Super-Training für die Hüften, kann ich nur sagen! Ganz abgesehen von der Kondition.

Olivenbäume stehen in den Marken gern in steilen Hängen!

Olivenbäume stehen in den Marken gern in steilen Hängen!

Um auf der sicheren Seite zu sein, bin ich vor unserer Abreise noch zu meinem Orthopäden zur Nachkontrolle gegangen. Er hat die Hüften geröntgt und mir bestätigt: alles paletti, nichts gelockert, prima. Als ich ihm von der bevorstehenden Olivenernte erzählte, wollte er noch meine Einbeinstand-Fähigkeit testen, um mir evtl. ein Wackelkissen zu empfehlen. Als ich dann locker mit ihm plaudernd mehrere Minuten auf einem Bein stand, hat er das Kissen wieder weggepackt. Meine Erklärung für den verblüfften Doc: Trampolin-Training auf dem Bellicon und tägliche Gymnastik mit entsprechenden Übungen. Wie wir auch in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ ausführen: Das trainiert die tiefer liegenden kleinen Muskeln, die das Gelenk stabilisieren, ungemein.

Einbeinstand kann man überall üben.

Einbeinstand kann man überall üben.

Auch in unseren Ratschlägen, die wir mailenden oder anrufenden Patienten gern geben, weisen wir ja immer wieder auf die Notwendigkeit stetiger Bewegung hin. Natürlich hat nicht jeder einen Olivenhain zum Training. Und natürlich macht Bewegung an frischer Luft bei milden 20 Grad, umgeben von einem Duft von wilder Minze, Pinien und Olivenblättern mehr Spaß als das In-die-Pedale-Treten auf dem Hometrainer. Obwohl: Dabei könnte man sich ja auch einen schönen Film über die Olivenernte anschauen. Den haben wir dieses Jahr übrigens von Freunden drehen lassen. Wenn er gut geworden ist, gibt es ihn demnächst auf Youtube und auf unserer Olio Piceno-Homepage zu sehen.

Unser Nachbarbauer Giacomo im steilen Olivenhang.

Unser Nachbarbauer Giacomo im steilen Olivenhang.

Um das Oliven-Gefühl weiterhin zu Hause zu haben, gibt es übrigens eine prima Idee aus Griechenland, die wir prompt ausprobiert haben: Tee aus getrockneten und gehäckselten Olivenblättern. Da hat man genauso wie beim Olivenöl die gesamte Palette der gesunden Polyphenole und Antioxidantien, die entzündungshemmend, darmreiningend und energiespendend wirken. Ich habe jeden Morgen eine Tasse getrunken, denn Blätter haben wir natürlich gerade genug. Und siehe da: Die ungewohnte körperliche Arbeit hat mir nichts ausgemacht. Kein Muskelkater und viiiieeel Energie. So viel, dass ich abends immer noch an unserem Nachfolge-Buch „Mut zum neuen Knie!“ geschrieben habe. Unsere Grafikerin hat auch immer fleißig gearbeitet und mir den Wetterbericht vom Chiemsee durchgegeben. Der bayerische Herbst war ja auch sehr schön – ideal zum Spazierengehen. Auch eine wichtige Bewegung für die Hüfte und für die Knie. Übrigens können wir Hüften uns freuen: Einer unserer Patienten hat richtig bemerkt „Die Hüft-OP war ihm Vergleich zur Knie-OP ein Spaziergang.“

Vorgeschmack auf unser Buch "Mut zum neuen Knie!": eine Physio-Übung am Chiemsee mit Heidi Rauch als Patientin und der Manualtherapeutin Birgit Ferber-Busse.

Vorgeschmack auf unser Buch „Mut zum neuen Knie!“: eine Physio-Übung am Chiemsee mit Heidi Rauch als Patientin und der Manualtherapeutin Birgit Ferber-Busse.

Das Motto-Zitat für unser Knie-Buch ist passenderweise auf Hüft- und Knie-Patienten gleichermaßen zutreffend und stammt von Entertainerin Liza Minnelli, 68: „I`m fine, and my hips are fine. My false knee is fine. My false hips are fine. Everything`s cooking.“ In diesem Sinne: Tanzen Sie wie Liza in den Winter hinein (ja, auch das geht prima mit künstlichen Hüften) und bleiben Sie fit – gern mit Olivenöl und Olivenblätter-Tee!


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Zwei Jahre danach – ich fühle mich blendend!

Wir sind gerade wieder in unserem Zweitdomizil in den italienischen Marken und ich denke zurück an die Zeit vor zwei Jahren: Da habe ich mich mit Hilfe eines Physiotherapeuten in Grottammare fit gemacht für die zweite Hüft-OP, bin täglich in unserem Pool schwimmen gegangen, um die operierte rechte Hüfte zu trainieren und die linke quasi vorzubereiten auf ihr Schicksal. Ich bin morgens schlecht gelaunt aufgestanden, weil ich gemerkt habe, dass die ersehnte Körperbalance nach der einseitigen Hüft-OP nicht eingetreten ist. Der Termin zur zweiten TEP im Oktober war schon fixiert – und ich freute mich darauf!

Die Vorfreude war berechtigt: Erst danach ging es so richtig bergauf. Buchstäblich. Denn unser Haus liegt am Ende eines ziemlich steilen Schotterwegs und den bin ich nach unserer Silvesterfeier – mit heftigem Anstoßen auf die beiden erfolgreichen Titanhüften – täglich hoch marschiert. Wie stolz war ich, wenn ich die 800 Meter geschafft hatte und täglich den Zuwachs meiner Muskeln zu spüren meinte. Auch jetzt gehe ich diesen Weg wieder häufiger hoch, sehr zügig, denn inzwischen sehe ich das eher als morgendliches Herzkreislauf-Konditionstraining. Trotzdem vergesse ich nie – und spüre sie noch heute – die Glücksgefühle über meinen funktionierenden Körper.

Ende unseres steilen Weges in den italienischen Marken. Im Hintergrund die Monti Sibillini.

Ende unseres steilen Weges in den italienischen Marken. Im Hintergrund die Monti Sibillini.

Ich freue mich, wenn ich vom Tisch aufstehen kann und sofort schmerzfrei, hoch erhobenen Hauptes und völlig hinkefrei losgehen kann (auf die Toilette oder wohin auch immer). Was war das für ein Rumgemache zuvor? Am Tisch festhalten, so tun, als ob man noch etwas zu besprechen hätte, heimlich testen, ob die kaputten Gelenke wenigstens ein paar Meter mitspielen, Zähne zusammenbeißen und los. Wie froh bin ich heute, wenn ich höre, dass die Schilderungen in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ vielen Menschen einen längeren Leidensweg erspart haben. Und wie sehr wundere ich mich, wenn mich Menschen kontaktieren, die immer noch der Meinung sind, dass es sich lohnen würde, die OP hinauszuzögern. Nein, rufe ich da voller Überzeugung. Das lohnt sich absolut überhaupt gar nicht!!!!

Inzwischen haben meine künstlichen Hüften schon so einiges mitgemacht – viele Golfrunden, viele Skiabfahrten inkl. Stürzen (in meist weichen Schnee) und vor allem tägliche Gymnastikminuten. Ich bilde mir ein, dass sie sich darüber freuen. Na ja, ich rede nicht gerade mit meinen künstlichen Hüften. Aber ich bin der Überzeugung, dass ich heute fitter bin denn je, beweglicher, im wahrsten Sinne des Wortes ausgeglichener und energetischer. Wer weiß, wie viel Energie durch ständige Schmerzen gebunden wird, der wundert sich an dieser Stelle sicher nicht. Wie herrlich befreiend ist es da, wenn die in einem sitzende Energie endlich wieder andere Ziele hat. Man kann z. B. Feste feiern mit Freunden, ohne hinterher völlig platt zu sein (vom Stühle tragen, Wein aus dem Keller holen, in der Küche Herumstehen etc.). Man zuckt nur mit den Schultern, wenn in der U-Bahn wieder einmal die Rolltreppe ausgefallen ist. Oder man probiert im Schuhgeschäft unzählige Schuhe an, weil das Bücken ja nun wieder ganz leicht fällt.

Neulich hatte ich mal wieder meine Reha-Schuhe an. Schlüpfschuhe natürlich, schon ganz ausgeleierte weiche Slipper. Und ich habe meine Krücken in der Ecke im Keller entdeckt. Das alles ist erst zwei Jahre her? Unglaublich. In wenigen Wochen steht die Olivenernte an. Vor zwei Jahren habe ich nur die „niederen“ Arbeiten gemacht. Dieses Jahr bin ich – wie schon letztes Jahr – wieder voll dabei. Ich freue mich jetzt schon darauf – und auf unser köstliches Olivenöl, das wir übrigens seit Anfang 2013 offiziell als Olio Piceno verkaufen. Auch für dieses Projekt, wie für unser Buch, wurde die Energie erst nach meinen Hüft-OPs freigesetzt. Bellissimo!

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Hüftdysplasie und spätere Knieprobleme – Freiheit für die Gelenke!

Wir sind mittendrin in den Interviews zu unserem neuen Buch „Mut zum neuen Knie!“ – und was stellen wir fest? Wer als Kind schon eine Hüftdysplasie hatte, braucht später nicht nur eine künstliche Hüfte, sondern bekommt oft auch Knieprobleme. Das scheint doch mit der Körperhaltung, der Balance zusammenzuhängen. Einmal aus dem Lot, werden auch andere Partien in Mitleidenschaft gezogen.

Dass dies nicht unbedingt zwingend so sein muss, beweist die Schauspielerin Evelyn Plank, die ich kürzlich interviewt habe. Nach der Geburt ihres Sohnes hat die Theaterschauspielerin Jahrgang 1959 immer mehr Hüftprobleme bekommen, so dass sie sich im Frühjahr 2003 eine Hüft-TEP einsetzen ließ. Alles ging gut, bis sich 2008 das Knie beim Fahrradfahren meldete. Um die drohende Knie-OP abzuwenden, zu der ihr die Orthopäden bald rieten, probierte sie es u. a. mit Physiotherapie und mit Feldenkrais. Schließlich stieß sie auf Alexandertechnik. Sie nahm in München Stunden, lernte, den Hals und den Kopf frei zu lassen, achtsamer mit ihrem Körper im Alltag umzugehen. Nach zwei Monaten stellte sie erstaunt fest: „Meinem Knie geht es sehr gut!“

Was war passiert? „Ich lege heute Wert auf den guten Gebrauch meiner Gelenke beim Gehen, Hinsetzen, Aufstehen etc.“, sagt sie. „Ich gebe meinem Körper die Chance, in die natürliche Aufrichtung zu kommen und meinen Knien Raum zu geben. Damit lasse ich den Muskeln die Möglichkeit, das tun zu dürfen, was sie können.“ Heute ist Evelyn Plank selbst Alexandertechnik-Lehrerin und ist der festen Überzeugung: „Wenn ich in meinen alten Bewegungsmustern weitergemacht hätte, wäre inzwischen die zweite Hüfte dran gewesen und das Knie auch.“

Ich denke: Jeder muss etwas für sich finden. Manche schwören auf Yoga, wie Talkerin Bettina Böttinger, die kürzlich in einem Interview sagte, dass sie wg. ihrer Hüften nicht mehr jogge und nun Yoga für sich entdeckt habe. Andere stellen ihre Ernährung um. Ein Punkt, auf den ich in unserem neuen Buch auf jeden Fall genauer eingehen möchte. Wer dazu spezielle Tipps hat, kann sich gern per Mail melden. Ich selbst bin der Überzeugung, dass tägliche Bewegung in Maßen gut ist. Gerade sind wir wieder in unserem Zweitdomizil in Italien und da steht neben der täglichen Gymnastik bei sommerlichen Temperaturen natürlich Schwimmen auf dem Programm. In Deutschland ist ja auch der Sommer eingekehrt: Also ab ins Freibad und ordentlich bewegen!

Gymnastik im Wasser - wie herrlich!

Gymnastik im Wasser – wie herrlich!

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A wie Angst vor Stürzen, Achtsamkeit, Alexander Technik und American Stars mit TEP

Kennen Sie diese Putzmaschinen in Supermärkten, die zwischen den Regalen rumsirren, um den Boden zu säubern? Vorsicht! Sie hinterlassen einen rutschigen, nassen Film. Und genau dieser hat mich am Montag, 10. Juni, in unserem Edeka-Supermarkt zu Fall gebracht. So schnell konnte ich gar nicht schauen, wie es mir die Füße weggezogen hat und ich auf meinen Allerwertesten lag. Wie bei Glatteis. Autsch! Schnell wieder hochgerappelt und alles sortiert. Alles heil geblieben? Glück im Unglück: Meine – wie bei vielen Frauen – immer zu schwere Handtasche, die ich rechts über der Schulter trage, rettete mir buchstäblich den Arsch – bzw. die Hüft-TEP. Denn sie bremste das Ganze etwas ab.

Trotzdem: Schock, Mitleid einer anderen Kundin, die mit Turnschuhen (ich hatte relativ flache Lederschuhe an) auch bald hingeflogen wäre, Mitgefühl einer Verkäuferin, die gleich nach einem „Vorsicht Rutschgefahr“-Schild rief – und einen Tag später ein kapitaler blauer Fleck neben meinem Sitzhöcker, unweit der OP-Narbe. Es tut beim Sitzen darauf reichlich weh, aber sonst geht alles noch. Vor allem: glücklicherweise ist nichts gebrochen! Vielleicht gehe ich nach Abschwellen des Oberschenkels (täglich schmiere ich die Stelle großflächig mit Voltaren-Gel ein) doch sicherheitshalber zum Röntgen, um festzustellen, ob die Endoprothese noch ungelockert dort sitzt, wo sie hingehört (von meinem Gefühl her tut sie das).

Mein Mitautor Peter Herrchen hat mich beruhigt, dass er beim Joggen auch schon einige Stürze hingelegt hat – und alles ist heil geblieben. Angst sollte deshalb nicht zum ständigen Bewegungsbegleiter werden. Aber irgendwie macht einem so ein blöder Zwischenfall doch wieder bewusst, dass unsere künstlichen Teile besonders geschützt werden müssen. Am besten durch ein gutes Muskelkorsett, immer wieder trainiertes Balancegefühl und Achtsamkeit.

Achtsame Selbstwahrnehmung ist das Stichwort. Und diese habe ich gestern beim Tag der Offenen Tür der Münchner Alexander Technik-Ausbildung bei Gudrun Lehn wieder etwas mehr geübt. Es ist wirklich erstaunlich, was für überflüssige Muskelbewegungen man unbewusst in seinem Alltag macht – und dann wundert man sich, dass Schulter, Nacken oder Knie schmerzen. Mit geschultem anatomischem Verständnis und ebenso geschultem Loslassen und Nicht-Tun (nein, nicht, nichts tun) geht alles viel einfacher, müheloser. Wirklich schade, dass Alexander Technik so wenig bekannt ist. Selbst in Schauspieler-Kreisen nicht, obwohl Frederick Matthias Alexander (1869 Tasmanien – 1955 London) ein australischer Schauspiellehrer war, der seine Stimmprobleme mit seiner eigens entwickelten Körpertherapie beseitigt hat.

Alexander-Technik-Lehrerin und Friseurin Monika Krämer, links, mit einer Patientin. Infos: www.besserundschoener.de

Alexander-Technik-Lehrerin und Friseurin Monika Krämer, links, mit einer Patientin. Infos: http://www.besserundschoener.de

In unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ habe ich auf Alexander Technik schon hingewiesen. In unserem neuen Buch „Mut zum neuen Knie!“, das Ende des Jahres erscheinen soll, werde ich darauf noch ausführlicher eingehen. Unter anderem mit dem Fall einer Schauspielerin, die eine Knie-OP dank Alexander Technik vermieden hat!

Prominente Beispiele, denen mit einer TEP gut geholfen werden konnte, sind erst jüngst wieder durch die Medien gegangen. So gab US-Sänger Billy Joel („For the longest time“, „Just the way you are“) ein Interview, in dem er von seinen qualvollen Hüftschmerz-Jahren erzählte und von seinem Entschluss, nach einer Tournee mit Elton John im März 2010 gleich beide Hüften auf einmal operieren zu lassen. Aus dem Mund seiner Ex-Frau Christine Brinkley stammt der Mutmach-Satz: „Er hat die OP einfach aussehen lassen.“

Einer, der seine zweite OP noch vor sich hat, ist der über 130 Kilo schwere US-Sänger Meat Loaf: Er hat im November 2012 sein erstes künstliches Kniegelenk bekommen – und nun ist bald das zweite dran. Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen meines schlanken Mitautors Peter Herrchen, der – im Einklang mit den Ärzten wohlgemerkt – jedem rät, vor der OP sein Übergewicht zu bekämpfen. Bei meinem Sturz wären vielleicht ein paar Fettpölsterchen ganz gut gewesen zur Abfederung. Aber ehrlich gesagt, bin ich froh, dass ich selbst Trost-Eis ohne Gewichtsprobleme essen kann!

Eistüte Nr. 2 habe ich nicht gegessen! Die gehört meinem fotografierenden Mann.

Eistüte Nr. 2 habe ich nicht gegessen! Die gehört meinem fotografierenden Mann.

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Günther Jauch-Talk – zu viele OPs? Ayurveda gegen Gelenkschmerzen – und Strandläufe

Diesmal kein einzelner Buchstabe des ABC, sondern etwas durcheinander gewürfelt meine Hüft-Erlebnisse der letzten Wochen. Durch die Medien geistert ja schon seit einiger Zeit die in Talkrunden hin- und hergewendete Meinung, dass in Deutschland zu viel operiert wird. Vor allem OPs für Hüfte, Knie und Bandscheibe geraten ins Visier. Meist im Vergleich mit anderen Ländern. Zuletzt hat mein ehemaliger Studienkollege Günther Jauch (ja, wir zwei Berliner waren im selben Jahr, nämlich 1977, in der Deutschen Journalistenschule München, ich in der 16. Lehrredaktion mit Studium, er in der so genannten Kompaktklasse) in seiner ARD-Talkrunde am 12. Mai das Thema aufgegriffen. In Deutschland würden laut AOK im Jahr 2011, also meinem OP-Jahr, 310.000 operative Eingriffe mehr durchgeführt, als ein Jahr zuvor. Insgesamt lägen wir jetzt bei 18 Millionen jährlich. Allein die Zahl der Knie-OPs habe um 37 Prozent zugenommen.

Was sagt uns das? Ja, wir werden älter und haben höhere Ansprüche an unsere Gesundheit, Beweglichkeit. Ja, wir haben eine ausgereifte Prothesentechnik, die gut funktioniert (Gott bzw. der Medizin-Forschung sei Dank). Und ja, wir haben ein gutes Gesundheitssystem. Doch! Das sage ich im Bewusstsein, dass es so manche Auswüchse gibt, die gerade bekämpft werden (Stichworte: Ärzte-Boni, Fallpauschalen). Aber, wenn mein Mitautor Peter Herrchen und ich in den Lesermails zu unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ so mitbekommen, wie es in unseren Nachbarländern zugeht (Holland, Österreich, Italien – Reha nach der OP? Nicht sofort und evtl. auch gar nicht!), dann können wir uns wirklich über Deutschland freuen, in das ja schließlich Kranke aus östlichen oder wüstenreichen Gegenden gern reisen, um sich behandeln zu lassen.

Und noch etwas: Nie waren Patienten so gut informiert über ihre Krankheiten wie heute. Dies dank Internet, dank Blogs wie diesem oder dem von Peter, dank Büchern wie unserem. Mir ist deshalb noch kein Mensch mit Hüftschmerzen begegnet, der sich flugs in fünf Minuten von einem geldgeilen Operateur ins Krankenhaus hat einweisen lassen. Dazu ist das Einsetzen einer Hüft-TEP nun wirklich ein zu großer Eingriff. Nicht zuletzt weil viele Menschen viel zu lange mit der OP warten, viel zu viel Angst davor haben, ist unser Mutmach-Ratgeber entstanden.

Erst jüngst habe ich wieder eine Buch-Leserin getroffen, die in meiner Heimatstadt Berlin lebt, und die von ihrem (nicht operierenden) Orthopäden den netten Satz hören musste: „Wenn Sie noch länger warten, können Sie sich den Operateur nicht mehr aussuchen. Dann wird es der Notarzt sein, der sie irgendwohin einweist.“ Denn wenn der Knorpel weg ist, schädigt man definitiv seine Knochen. Die Leserin hatte die OP einige Jahre lang übrigens mit einer Ayurveda-Kur im südindischen Kerala hinauszögern können. Das gebe ich hier gern als Tipp weiter. Tatsächlich sollen die Massage-Öle und getrunkenen Dekokte positive Effekte auf Gelenkschmerzen haben. Sie jedenfalls war jedes Jahr zwei Wochen lang in einer Klinik in der Ayurveda-Ursprungsregion und danach sechs Monate lang schmerzfrei.

Kampen-Strandvergnügen Anfang Mai 2013

Kampen-Strandvergnügen Anfang Mai 2013

Zum Schluss noch etwas Sommerliches: Wir waren ein paar Tage auf Sylt und genossen dort bei Sonne (ja, tatsächlich!) Nordsee-Strandspaziergänge, die im weichen Sand von Kampen wahrlich anstrengender sind als bei unserem Zweitdomizil an der Adria. Und was habe ich gefühlt? Super funktionierende Hüften, Freude an der Bewegung, Dankbarkeit gegenüber meinem Operateur. Meine beiden OPs waren jedenfalls nicht zuviel!

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B wie Bergsteigen, Bewegung an Fitnessgeräten an der Adria – und Buchtipps

Am Wochenende waren wir zu einer Hochzeit eingeladen – mit Feier auf einer Alm, die auf knapp 1.100 Metern über dem Kurort Bayrischzell liegt (www.almbad.de). Alle Gäste kamen in Tracht – und mussten in festem Schuhwerk einen steilen 25 Minuten-Anstieg bewältigen. Uff, da habe ich doch mal wieder die Grenzen meiner Kondition gemerkt. Die Hüften haben prima mitgemacht, aber das Gespräch mit meinem Geh-Nachbarn verlief dann doch etwas atemlos… Oben angekommen reichte mir gleich ein netter Mensch einen Apfelsaft. Ich muss wirklich k. o. ausgesehen haben…

Da mache ich jeden Morgen Gymnastik, habe auch schon zwei 18-Loch-Golfturniere in diesem Spät-Frühling gespielt – und dann das! Ich bin wohl doch eine Flachlandtirolerin. Aber allen Hüftpatienten sei gesagt: Bergsteigen mit TEP geht wunderbar! Siehe auch die Erfahrungsberichte in unserem Buch „Mut zur neuen Hüfte!“, etwa von Hubert, Roland oder Sieglinde und Filomena. Bergab sollten dann auf jeden Fall Stöcke zum Abstützen genommen werden. Mir wurde der mitternächtliche Abstieg mit Stirnlampe erspart. Ich durfte mit Schwangeren und Kleinkindern per Shuttlebus runterfahren. Aber da ich vorher mit meinem lieben Mann als Erste auf der Tanzfläche war und ordentlich zum Oldies-Discosound die Hüften geschwungen habe, plagte mich kein schlechtes Gewissen.

Um das schlechte Fitness-Gewissen der Italiener zu beruhigen, die traditionell eher der passeggiata, dem lockeren Flanieren zugeneigt sind (es sei denn sie erklimmen im quietschbunten Hauteng-Dress per Rennrad die marchegianischen Hügel), hat man bei uns an der Adria doch tatsächlich Fitnessgeräte am Strand aufgestellt. Wir probierten sie über Ostern aus – siehe Foto – und kamen zu dem Schluss, dass sie deutschen TÜV-Prüfern sicher nicht standhalten würden. Immerhin heißen sie hübsch Hercules!

Hercules-Gerät sorgt für Heidis Fitness am Adria-Strand.

Hercules-Gerät sorgt für Heidis Fitness am Adria-Strand.

Eine Hercules-Aufgabe liegt auch vor uns: Wir haben den Titelschutz für „Mut zum neuen Knie!“ erworben und wollen dieses Nachfolge-Buch bis Weihnachten auf den Markt bringen. Gerade habe ich mein erstes Knie-Patienten-Interview geführt. Fazit: Auch die kniegeschädigten Menschen warten offensichtlich viel zu lange mit der OP, ähnlich wie die Hüftpatienten.

Gerade ist in Österreich ein Buch zum Thema erschienen: „Mein Knie – endlich wieder schmerzfrei“ von Doz. Dr. Patrick Weninger (Maudrich Verlag). Der Autor, der auch eine Website betreibt, konzentriert sich dabei jedoch auf Meniskus, Kreuzband und Knorpel. Zum Schluss empfiehlt er eine Arthroskopie. Eine Knie-TEP (z. B. ein so genannter Doppelschlitten) kommt bei ihm nicht vor. Die Erfahrungen damit werden dann also erst in unserem Buch nachzulesen sein. Die gerade von mir interviewte Patientin jedenfalls hat die Erfahrung gemacht, dass sie sich die Arthroskopie komplett hätte ersparen können. Ihr wäre mit einem Buch wie „Mut zum neuen Knie!“ sehr geholfen gewesen. Denn mit ihrer TEP kann sie endlich wieder schmerzfrei gehen, stehen und schlafen. Ja, das können wir Hüft-TEPler nur bestätigen!

 

 

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Knieprobleme, Körperspüren, Kraft der Gedanken – und Olivenöl

Die Leser unseres Buchs „Mut zur neuen Hüfte!“ schicken uns immer wieder Mails, meist aus der Reha, und berichten uns über ihre Fortschritte. Schönste Mail-Nachricht jüngst: „Die Knie hier sind ganz neidisch, dass wir Hüften ein so tolles Buch haben.“ Wow! Da überlegen wir uns doch glatt, dass unser nächster Ratgeber „Mut zum neuen Knie!“ heißen könnte. Tatsächlich werden ja in Deutschland neben 200.000 Hüftgelenken jährlich rund 160.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Allerdings habe ich aus meinen beiden Rehas immer noch in Erinnerung, dass die Heilung bei den Knien deutlich problematischer war als bei uns Hüften. Inzwischen kenne ich jedoch – ganz nach dem Prinzip der selektiven Wahrnehmung offensichtlich – auch viele Knie-Patienten, die mit ihrer TEP glücklich sind und wieder Sport treiben. In unserem Buch kommt ja auch ein leuchtendes Beispiel zu Wort: Hartmut Tiemann hat mit künstlicher Hüfte und künstlichem Knie auf dem Rennrad die Tour de France-Gipfel bezwungen (S. 218-227)!

Menschen mit guten Knie-Erfahrungen, die gern anderen Mut machen möchten, schicken uns am besten eine Mail an: autoren@mut-zur-neuen-huefte.de. Wir freuen uns!

Dann haben wir eine Mail von einer Patientin bekommen, die nach erfolgreicher Hüft-OP kein richtiges Körpergefühl für ihr nun schmerzfreies Bein entwickeln konnte, weil sie ihre alte Konditionierung (lat. conditio = Bedingung, Beschaffenheit), d. h. ihr Reiz-Reaktionsmuster, nur schwer „umprogrammieren“ konnte. Sie schreibt: „Meine Konditionierung: In den ersten Monaten, als der Schaden am Gelenk offensichtlich wurde, trat der Schmerz beim längeren Gehen auf. Also erst gehen, dann irgendwann Schmerz. Die Konditionierung erfolgte später, als ich dauerhaft Schmerzen hatte und mein Körper / Geist sich auf den Schmerz (Reiz) eingestellt und ihn als Impuls benötigt hat, um das Gehen (Reaktion) überhaupt zu ermöglichen. Erst die Qualität des Schmerzes prüfen und dann gehen.“ 

Wie sie nach der OP diese Konditionierung wieder loswurde, ist in den nächsten Tagen nachzulesen in unserer Rubrik „Dr. TEP rät“ auf unserer „Mut zur neuen Hüfte!“-Homepage. Der Fall ist interessant, weil er auch die Kraft der Gedanken offenbart. Das Gehirn spielt uns nur zu oft einen Streich – ist aber auch sehr lernfähig. Da ist es mitunter wichtig, dass positive Erfahrungen auch „offiziell“ bestätigt werden. So haben Mediziner der Universität im französischen Marseille z. B. herausgefunden, dass die Funktionsfähigkeit der künstlichen Hüfte bei stark beanspruchten Gelenken sogar höher ist als bei den Probanden, die wenig Sport treiben! Zehn Jahre lang sind 210 Patienten nach ihrer Hüft-OP begleitet worden. Sie gingen weiter ihren Sportarten nach, etwa Skifahren oder Tennis, litten weniger unter Schmerzen und hatten eine höhere Lebensfreude!

Damit wir auch in Deutschland zukünftig gesicherte Erkenntnisse haben werden – über die Haltbarkeit von künstlichen Gelenken z. B. – befindet sich jetzt endlich das Deutsche Endoprothesenregister im Aufbau. Es erhöht langfristig die Patientensicherheit und könnte, wie in Schweden bereits geschehen, die Zahl der Wechseloperationen reduzieren.

Ich jedenfalls halte mich an die französische Studie und bewege meine beiden Hüftgelenke fleißig. Beim Gehen denke ich ganz bewusst an eine aufrechte Haltung, an die Muskeln in meinem Allerwertesten. Außerdem mache ich weiterhin täglich Gymnastik, zwei bis drei Mal die Woche Trampolintraining und, in Ermangelung von Radfahren draußen wg. des besch-eidenen Wetters, Ergometer-Training. Natürlich war ich noch einmal Skifahren, und als wenige Tage lang ein laues Frühlingslüftchen wehte, bin ich sogar zwei Mal 9 Löcher gegangen – auf Wintergrüns wohlgemerkt! Für Nicht-Golfer: Das ist nur das halbe Vergnügen. Trotzdem folgt unten das Foto meines ersten Abschlags in der Saison.

Zuvor aber noch zwei Tipps für ein besseres und schöneres Leben – so auch der Titel der Homepage, die ich hier empfehle: Es geht um die Münchner Friseurin meines Mannes, die nebenbei – und nach eigener leidvoller Erfahrung (Bandscheibenvorfall!) – Alexandertherapeutin geworden ist. Sie schneidet übrigens auch meinem Operateur Dr. Jürgen Radtke die Haaare und hat ihn nebenbei davon überzeugt, dass Alexandertechnik wertvolle Dienste nach Hüft-OPs leistet!

Und schließlich empfehle ich für die gesunde Ernährung, die gleich einen Hauch italienischer Sonne in die Küche trägt, unser eigenes Olivenöl, das wir unter dem Namen Olio Piceno seit kurzem ganz offiziell verkaufen. Über unseren Online Shop, den netterweise mein Buch-Mitautor Peter Herrchen installiert hat, kommt man nun auch deutschlandweit in den Genuss dieses Olio extra vergine di oliva.

Mein erster Abschlag in der Golfsaison 2013 am 17. März.

Mein erster Abschlag in der Golfsaison 2013 am 17. März.

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V wie Vertrauen, Vorsicht und Verknöcherung

Am Sonntag, 24. Februar, hatten wir unser „Hüft-Treffen“, d. h. unser Tisch aus der Reha in Bad Heilbrunn (nach meiner 1. Hüft-OP im Mai 2011 – wir haben fast jeden Abend das bayerische Kartenspiel „Wattn“ zusammen gespielt!) kam zum Essen im Münchner Asam Schlössl zusammen – mitsamt Ehepartnern, die natürlich unsere Erinnerungen nicht ganz teilen konnten… Mit dabei: Der Grafiker unseres Buchs „Mut zur neuen Hüfte!“, Hubert Hornsteiner (seine Erfahrungen: S. 136-145 im Buch), und seine Frau Gabi, unser Titelmodel. Die beiden erzählten ganz begeistert von ihrer jüngsten Freeride-Skitour, die Hubert, der auch professioneller Fotograf ist, natürlich im Bild festgehalten hat.

Gabi Hornsteiner, Titelmodel auf "Mut zur neuen Hüfte!" beim Freeriden im hinteren Karwendel im Februar 2013.

Gabi Hornsteiner, Titelmodel auf „Mut zur neuen Hüfte!“, beim Freeriden im hinteren Karwendel im Februar 2013.

Beim Essen sprachen wir über Vertrauen und Vorsicht: Wir haben beide wieder totales Vertrauen in unseren Körper – er mit einer, ich mit zwei künstlichen Hüften. Er fährt wieder im freien Gelände, ich fahre wieder auf allen Pisten Ski. Aber: Wir sind vorsichtiger geworden, d. h. bei schlechter Sicht zum Beispiel fahren wir nicht oder zumindest viel kontrollierter als früher. Mein Kommentar dazu: Wahrscheinlich würden wir das generell jenseits der 50 tun und nicht nur wg. unserer TEPs. Der jugendliche Leichtsinn ist weg – und das ist gut so!

Die „schicksalhafte“ Begegnung mit Hubert habe ich Knie-Patient Hans zu verdanken: Er  erkannte mich nämlich im Bad Heilbrunner Speisesaal wieder. Denn vor ca. 20 Jahren habe ich mal für die Landkreisausgaben der Süddeutschen Zeitung geschrieben und er war mein Chef! Sein Zustand heute mit zwei künstlichen Knien: alles prima. Er nervt seine Frau sogar, weil er bei Sightseeing-Touren so gut zu Fuß ist! Inzwischen ist er Coach und Schamane und hilft allen Menschen, die nicht weiter wissen – und seine Frau Ulrike ist ebenfalls eine Mutmacherin.

Hans ist damals zusammen mit Hubert in der Münchner Sana-Klinik gewesen. Dort hatten die beiden so viel Spaß miteinander, dass er ihn in der Reha natürlich sofort an unseren Tisch holte. Der sportliche Hubert war unser aller Coach, wenn es um viel Bewegung ging. Christine, meine Mitpatientin im Krankenhaus, wurde von ihm ebenso zu Spaziergängen animiert wie unsere Rentnerin Rosa. Christines Hüft-Zustand heute: Leider hat sich neben dem Implantat eine Verknöcherung gebildet, die ihr etliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bereitet. Sie ist gerade auf der Suche nach einem Operateur, der ihr diese Kalkablagerungen entfernen soll und geht auf Empfehlung dazu bald in die Münchner Sana-Klinik. Hubert hat sich von Dr. Dienst operieren lassen, unsere Läufer-Freundin Claudia hat gerade von Dr. Carl eine neue Hüfte eingesetzt bekommen – beide sind sehr zufrieden!

Christines Hausarzt riet ihr zu einer Matrix-Rhythmus-Therapie. Diese soll bewirken, dass zelluläre Mikroprozesse in Gang gesetzt und somit die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Christine hat das 5 x jeweils im Wechsel mit spezieller Krankengymnastik gemacht. Der Effekt war, dass durch die mechano-magnetischen Schwingungen tatsächlich das Gewebe durchlässig und geschmeidig wurde, was sich an ihrer schönen Narbe ablesen lässt. Aber die Verknöcherung ist hartnäckig geblieben. Da hilft wohl nur ein operativer Eingriff. Toi, toi, toi, Christine!

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